Die Union ist vielleicht die letzte Volkspartei, die den Anspruch hat, für Wähler und Mitglieder aller gesellschaftlicher Schichten und unterschiedlicher Weltanschauungen offen zu sein. Aber ist dieser Anspruch noch zeitgemäß? Als Ursache für die Schwäche der Volksparteien in den letzten Jahren wird ein nachhaltiger und tiefgreifender sozialer und kultureller Wandel angeführt, der zu einer Individualisierung und Pluralisierung der Gesellschaft geführt habe und sich nun auch im Wahlverhalten widerspiegele. Die Menschen hätten vor allem ihre persönlichen Interessen und Ziele im Blick und würden sich dann, wenn die regierenden Kräfte diese nicht erfüllten, schnell von ihnen abwenden. Kleinere Parteien hätten dagegen den Vorteil, sich auf bestimmte Interessengruppen konzentrieren zu können. Ist diese Begründung ausreichend? Führen gesellschaftliche Veränderungen zwangsläufig innerhalb weniger Jahre zu historischen Tiefstständen bei Wahlergebnissen? Sind weitere Veränderungen im Parteiensystem zu erwarten? Haben Volksparteien noch eine Zukunft?
Es ist uns eine Freude, dass wir den ehemaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Dr. Dr. h.c. Edmund Stoiber, zu diesem aktuellen Thema als Redner gewinnen konnten.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung sehen Sie hier: