„Vorrang in der hessischen Drogenpolitik hat die Prävention. Hier ist es durch eine bessere Vernetzung staatlicher und freier Organisationen gelungen, flächendeckende Aufklärungs- und Beratungsangebote schon für die Kleinsten anzubieten. Aber auch im Bereich der Hilfen für Suchtkranke und der Repression gibt es die vielfältigsten und umfassende Maßnahmenpakete“, erläuterte der drogenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alfons Gerling, anlässlich der Vorlage des dritten Suchtberichtes für das Land Hessen.

Der CDU-Politiker begrüßte den Bericht, der einen Gesamtüberblick der Drogenpolitik des Landes und Entwicklung der Drogen- und Suchtproblematik in allen Bereichen für die Jahre 2003 und 2004 widerspiegele. Die turnusgemäße Vorlage des Berichts, der für mehr Transparenz über die Maßnahmen der Landesregierung und der für Sucht- und Drogenhilfe zuständigen nicht staatlichen Institutionen sorge, geht auf eine Initiative Gerlings und der CDU-Fraktion im Jahr 2000 zurück.
Als sehr positiv bewertete Gerling, dass der Bericht neben den „klassischen" harten und weichen Drogen-Themen auch auf das Problem Ess-Störungen und die Suchtselbsthilfe- und Abstinenzgruppen eingehe. „Insbesondere die Ess-Störungen sind gerade bei Jugendlichen ein nicht zu unterschätzendes Problem. Durch die Medien und verschiedene Fernsehsendungen wird den jungen Menschen ein Idealbild vorgegaukelt, das nicht mehr gesund ist. Als vermeintlich wahr gilt, dass nur wer schön und schlank ist, Erfolg im Leben haben kann“, kritisierte der Suchtexperte Gerling.  Diesem Trugschluss müsse durch breit angelegte Aufklärungs- und Präventionsangebote entschieden entgegen getreten werden.
Als erschreckend bezeichnete Gerling den Umgang der Jugendlichen mit Alkohol. Das gezielte „Koma-Saufen“ sei ein katastrophaler Trend, ebenso, dass Mädchen nun genauso häufig zur Flasche griffen wie Jungs. Hier müssten die Anstrengungen der Drogen- und Suchthilfe verstärkt werden. „Der Bericht hilft, auf Veränderungen und Tendenzen zu reagieren. So muss ausdrücklich vor den fatalen gesundheitlichen Folgen beim Konsum illegaler Drogen gewarnt werden“, unterstrich Gerling. So habe Heroin an Bedeutung verloren, wohingegen Crack eine größere Rolle spiele, worauf mit Hilfsangeboten wie der Einrichtung von Krisenzentren reagiert worden sei.  
„Dank dieser umfassenden Gesamtschau, die der Bericht liefert, ist es nun möglich, gezielt auf die Problemfelder einzuwirken und unguten Entwicklungen entgegen zu steuern“, sagte der Frankfurter CDU - Abgeordnete Gerling

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