Der Landtagsabgeordnete und drogenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Alfons Gerling, hat den Bund aufgefordert, die gesetzliche Grundlage für eine Diamorphinbehandlung als „Ultima Ratio“ nach gescheiterten Therapieversuchen zu schaffen. Gerling betonte ausdrücklich, dass die Substitutionsbehandlung sowohl mit Methadon als auch mit Diamorphin nicht als Allheilmittel gesehen werden dürfe. „Nach wie vor sollte in der Drogenhilfe die Abstinenz von Suchtmitteln als langfristige Behandlungsperspektive angestrebt werden. An diesem Ziel hält die CDU uneingeschränkt fest“.

Dies gelte auch für das seit März 2003 in Frankfurt vom Bund mit Unterstützung des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt durchgeführte Modellprojekt zur Behandlung schwer opiatabhängiger Menschen, mit dem Schwerstabhängige zu einer Therapie motiviert werden sollen, die durch die bisherige Drogenhilfe nicht oder nur schwierig erreicht werden. Die bisherigen Erfahrungen würden, so Gerling, von allen Fachleuten als überaus positiv bewertet. „Jetzt ist der Bund am Zuge die Behandlung schwer opiatabhängiger Menschen gesetzlich zu regeln. Das Land Hessen hat im Haushaltsentwurf für 2007 die Mittel für die Maßnahmen der Suchthilfe in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro unverändert fortgeschrieben - die heutigen Aussagen der Grünen sind deshalb völlig unverständlich."
Durch die Behandlung Schwerstabhängiger mit Diamorphin sei es gelungen, Erfolge sowohl in Bezug auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes als auch beim Rückgang des illegalen Drogenkonsums zu erreichen. Mit der Diamorphinbehandlung seien bestimmte schwerkranke Opiatabhängige therapeutisch besser erreicht worden und konnten zum Teil in andere Behandlungsformen überführt werden. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung sei aber, so Gerling weiter, dass vom Bundesinstitut für Arzneimittelprodukte eine Zulassung von Diamorphin als Arzneimittel erfolge und dass die Behandlungskosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

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