"Die hessischen Bibliotheken sind zentrale Orte der Bildung, der kulturellen Begegnung und des gesellschaftlichen Austausches. Mit dem neuen Hessischen Bibliotheksgesetz bekommen die Bibliotheken einen soliden rechtlichen Rahmen zur Regelung ihrer Aufgaben, Funktionen und der vielfältigen Zusammenarbeit untereinander. Bibliotheken haben in den letzten Jahrzehnten Charakter und Aufgabenstellung wesentlich verändert - von Buchausleihstationen sind sie zu modernen Kompetenzzentren für Information, Medien und Leseförderung geworden und dienen der sozialen und kulturellen Integration", begrüßte der bibliothekspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Aloys Lenz, das künftige Hessische Bibliotheksgesetz.

2007 habe die Enquetekommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestages in ihrem Abschlussbericht die mangelnde "rechtliche und strukturelle Präzisierung der deutschen Bibliothekslandschaft" konstatiert und den Ländern empfohlen, eigene Bibliotheksgesetze zu erlassen. Ein Jahr später hat Bundespräsident Horst Köhler mit Recht die Forderung erhoben, "Bibliotheken gehören auf die politische Tagesordnung." "Mit dem Gesetzentwurf setzen wir die Empfehlung der Enquetekommission nun um. Hessen wird - neben Thüringen - damit das zweite Bundesland mit einem Bibliotheksgesetz sein und nimmt auch hier bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Ich bin sicher, dass das Gesetz bei den Verantwortlichen vor Ort und den Trägern der öffentlichen Bibliotheken in Hessen daher auf breite Zustimmung stoßen wird", so Lenz.

In Hessen existieren über 800 Bibliotheken mit rund 500.000 aktiven Nutzern und einem Medienbestand von rund 40 Millionen Einheiten. Pro Jahr verzeichnen sie fast 6 Millionen Besucher und liegen damit weit vor den Theatern, Museen, Kinos und Bundesligafußballstadien. Mehr als die Hälfte der Bibliotheken befindet sich in Trägerschaft der Gemeinden.

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