Für eine bessere Wiederverwertung von Mobiltelefonen macht sich der CDU-Landtagsabgeordnete und Mitglied im Wissenschaftsausschuss, Aloys Lenz, stark. In einer parlamentarischen Anfrage will der Landtagsabgeordnete von der Landesregierung wissen, welche Überlegungen es in der Landesregierung gibt, eine systematische Sammlung alter Mobiltelefone aufzubauen und welche Möglichkeiten es gibt, eine Sammlung von Handys erfolgreich zu organisieren. „Die Deutschen besitzen insgesamt 85,5 Millionen alte Mobiltelefone, die sie nicht mehr benutzen. Damit lagern auch in Hessen alte Handys millionenfach in den Schubladen der Verbraucher. Rund 80 Prozent der in den Geräten enthaltenen Wertstoffe können wiederverwertet werden“, betonte Lenz. Darunter befänden sich Metalle wie Gold, Silber und Kupfer aber auch für die High-Tech-Industrie wichtige Metalle, wie Indium und Tantal oder sogenannte Seltene Erden wie Thulium und Lutetium. Diese Rohstoffe würden immer knapper werden. Zudem besitze China mittlerweile nahezu ein Monopol für den Gewinn und den Verkauf dieser Rohstoffe, was mit erheblichen Risiken für den Industriestandort Deutschland verbunden sei. „Wir gehen mit diesen Rohstoffen viel zu unbewusst um, während China das Potential dieser Rohstoffe längst erkannt hat. Das ist sehr fahrlässig“, so Lenz. 

Aufmerksam geworden auf die Problematik ist der CDU-Landtagsabgeordnete beim Besuch des Fraunhofer Instituts in Hanau. Das sich gerade im Aufbau befindliche Institut setzt sich systematisch mit der Frage der Wiederverwertung dieser seltenen Rohstoffe auseinander. Die Landesregierung hat für den Aufbau des Instituts bislang  24 Millionen Euro Fördermittel zugesagt, weil sie den Stellenwert des Themas erkannt hat. „Das Institut ist eine wichtige Einrichtung, die mit großem Sachverstand und an einer beeindruckenden Systematik an einer der Schwachstellen unseres Industriekreislaufs arbeitet“, berichtete Lenz von seinem Gespräch mit der Forschergruppe. 

Der Landtagsabgeordnete forderte in diesem Zusammenhang alle Kommunen seines Wahlkreises auf, entsprechende Sammelstellen vor Ort einzurichten und die Bürgerinnen und Bürger auf das Angebot und die Bedeutung des Themas hinzuweisen. Seines Wissens nach habe bisher nur eine kleine Minderheit der Städte und Gemeinden entsprechende Sammelstellen eingerichtet. „Hier müssen wir unbedingt aktiv werden und ich hoffe wir können mit unserer Landtagsinitiative einen Prozess anstoßen“, so Lenz. 13 seiner Kollegen aus der CDU-Landtagsfraktion haben spontan die Initiative unterstützt. Lenz ist zuversichtlich, dass sich noch mehr Personen der Initiative anschließen. 

Lenz kann sich zudem vorstellen, in Deutschland ein bundesweites Handypfand einzuführen. Beim Kauf eines Mobiltelefons könnte ein bestimmter Betrag einbehalten werden, den man bei Rückgabe des alten Mobiltelefons dann wieder erhält. Lenz ist sich sicher, dass sich so die Rückgabequote deutlich erhöht. Dies sei zwar ein erneuter organisatorischer Aufwand, aber im Vergleich zur Bedeutung der Seltenen Erden hält Lenz dies für vertretbar.
 
 
 

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