• An Grundschulen muss die Vermittlung analoger und manueller Kulturtechniken auch weiterhin Vorrang haben
  • Expertenanhörung der Enquete-Kommission hat nahezu einmütige Warnung vor zu weitreichender Digitalisierung des Unterrichtes erbracht
  • FDP erhebt wohlfeile Forderungen und verweigert sich im Bund der Mitgestaltung bei der Umsetzung eines 5-Milliarden-Digitalpaktes

Anlässlich der heutigen Plenardebatte zur digitalen Bildung erklärte der CDU-Abgeordnete Joachim Veyhelmann:

„Der digitale Wandel konfrontiert auch die Schulen mit einer Vielzahl von neuen Aufgaben und Herausforderungen. Dabei gilt es vorrangig, Schüler rechtzeitig und umfassend zu einem mündigen, reflektierten und selbständigen Umgang mit neuen Medien zu erziehen und ihnen das notwendige Rüstzeug gegen die Gefahren des Internets an die Hand zu geben.

Der unkritische und unreflektierte Ansatz der FDP, das gesamte Lernumfeld und die Lebenswelt Schule nur noch auf digitale Medien auszurichten, hätte demgegenüber verhängnisvolle Folgen. Bereits heute nutzen Heranwachsende in ihrer Freizeit auf bedenkliche Weise das Smartphone als verlängerten Arm. Die verheerenden Konsequenzen reichen von mangelnder Konzentrationsfähigkeit und Lernschwierigkeiten bis hin zur Aneignung einer orthographisch und grammatikalisch fehlerhaften Ausdrucksweise durch die überbordende Kommunikation in den sozialen Medien. Es ist daher alles andere als zielführend, wenn die FDP diese gesellschaftliche Fehlentwicklung durch eine allumfassende Digitalisierung des Unterrichtes von der Grundschule an noch weiter verschärfen will.

Gerade in Kindergärten und Grundschulen sollte gemäß der Entwicklungsstufen der Kinder primär die Vermittlung analoger und manueller Kulturtechniken im Vordergrund stehen. Kurzum: Für einen Schüler, der noch nicht mit einem Bleistift oder Füller umzugehen weiß, sollten Smartphones und Computer bis auf Weiteres tabu sein. Auch die Anhörung zur digitalen Bildung im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen Enquete-Kommission des Hessischen Landtages hat diesbezüglich ein unmissverständliches Ergebnis erbracht: Mit Ausnahme des Anzuhörenden der FDP haben die Sachverständigen aller Fraktionen vor einer zu weitreichenden Digitalisierung gewarnt und eine behutsame und altersgerechte Heranführung der Kinder an digitale Medien angemahnt.“

„Im Gegensatz zur Primarstufe können und müssen Schüler ab dem Sekundarbereich selbstverständlich sukzessive auf die digitalen Komponenten des Berufs- und Arbeitslebens gezielt vorbereitet werden. Die Hessische Landesregierung hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um den Bereich der Lehrerbildung sowie Fortbildungs- und Beratungsangebote an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. So wurde die Medienbildung in der Novelle des Hessischen Schulgesetzes wie auch als fächerübergreifende Schlüsselkompetenz in den Bildungsstandards rechtlich verankert. Bereits zuvor war durch die verpflichtende Einrichtung von Medienzentren in jedem Schulträgerbezirk den Schulen die Bereitstellung von audioviduellen, informations- und kommunikationstechnischen Medien und Hilfsmitteln für den Unterricht sowie die Förderung der Entwicklung der Mediennutzung in der Schule ermöglicht worden.

In der Lehrerbildung konnte durch eine Kooperation mit den Universitäten eine Medienkompetenzförderung in allen Phasen der Lehrerbildung implementiert und die Integration digitaler Medien in die fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Ausbildung integriert werden. Die im vergangenen Jahr von Kultusminister Prof. Dr. Lorz vorgestellte Neuausrichtung der Lehrerfortbildung setzt zudem einen besonderen Schwerpunkt auf die Bereiche Medienbildung und Digitalisierung. Die Angebote der Lehrkräfteakademie und der Staatlichen Schulämter zielen dabei auf passgenaue und bedarfsorientierte Schulungen in allen Bereichen des digital gestützten Unterrichtes. Obwohl die technische Ausstattung der Schulen – im Übrigen auch schon zu Zeiten der FDP-Kultusminister – in den Aufgabenbereich der Schulträger fällt, hat die Landesregierung in Vereinbarungen mit den Schulträgern für die Jahre 2017 bis 2019 eine jährliche finanzielle Unterstützung zugesichert.

Darüber hinaus sieht der Koalitionsvertrag im Bund auf Initiative der CDU einen Digitalpakt im Volumen von fünf Milliarden Euro für die flächendeckende digitale Ausstattung der Schulen vor – dieser war auch bereits Gegenstand der Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition. Es ist daher bezeichnend für die Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit der FDP, wenn sie in der Opposition in Hessen lautstarke Forderungen erhebt und zugleich im Bund die Übernahme von Verantwortung in der Regierung und damit auch die Mitgestaltung an der Umsetzung dieses gewaltigen Investitionsprogrammes zur Digitalisierung verweigert.“

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Joachim Veyhelmann

Mitglied im Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses Weilburg
Vorsitzender des Beirates der Kinder- und Sozialstiftung des Landkreises
Mitglied im Vorstand der Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg

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