Als einen „Quantensprung in der Entwicklung der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“ bewertete der zuständige Sprecher der CDU-Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst, Andreas Hofmeister, in der heutigen Plenardebatte die erstmalige Verleihung des Promotionsrechts für ein forschungsstarkes Fachgebiet an der Hochschule Fulda. Studierende können nunmehr am Promotionszentrum „Sozialwissenschaften“ mit den Schwerpunkten Globalisierung, Europäische Integration und Interkulturalität einen Doktor der Sozialwissenschaften (Dr. rer. soc.) erwerben.

Auf Grundlage des im vergangenen Jahr überarbeiteten Hochschulgesetzes kann einer Fachhochschule durch das Wissenschaftsministerium ein befristetes und an Bedingungen geknüpftes Promotionsrecht für solche Fachrichtungen zuerkannt werden, in denen sie eine ausreichende Forschungsstärke nachgewiesen hat. „Mit dem Promotionsrecht für forschungsstarke Fachgebiete an den HAW halten wir Schritt mit einer sich ständig wandelnden Hochschullandschaft und bislang stets steigenden Studentenzahlen. Wir erkennen damit sowohl die Leistung sowie Entwicklung der vormaligen Fachhochschulen in der vergangen Zeit an und verbessern gleichzeitig die Rahmenbedingungen für den weiteren Erfolg der HAW: Sie werden damit zudem für ihre Studierenden attraktiver, weil sie eine zusätzliche wissenschaftliche Qualifikation ermöglichen können. Hessen wird damit einmal mehr seiner Vorreiterrolle gerecht und ist Taktgeber der hochschulpolitischen Diskussion in Deutschland“, so Hofmeister.

Eine der Voraussetzungen für eine Verleihung sei, dass jede Professorin und jeder Professor, der in einer technischen Fachrichtung eine Promotion hauptverantwortlich betreuen oder begutachten wolle, selbst innerhalb von drei Jahren mindestens 300.000 Euro an Drittmitteln eingeworben und sechs Publikationen veröffentlicht haben müsse. Bei nicht-technischen Fächern, also etwa in den Sozialwissenschaften, lägen die Grenzen bei 150.000 Euro und drei durch Experten geprüften Publikationen in drei Jahren: „Eine weitere Voraussetzung für die Zuerkennung des Promotionsrechts an eine HAW ist eine Mindestanzahl von zwölf forschungsstarken Professorinnen und Professoren einer Fachrichtung, um ein geeignetes wissenschaftliches Umfeld sowie Verlässlichkeit für die Dauer der Promotion zu bieten“, erläuterte Hofmeister. An der Hochschule Fulda betreuten sogar 15 Wissenschaftler die Promovenden.

„Die HAWn in Hessen haben in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung durchlaufen, sie sind breit aufgestellt und verfügen über ein vielfältiges Angebot. Sie sind ein Grundpfeiler der Hochschulausbildung und wichtiger Faktor bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Die HAWn sind Spezialisten in den Bereichen praxisnahe Forschung, Anwendung und Transfer. Ihre Stärke liegt vor allem in ihrer engen Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Beide Hochschularten verfügen damit über ein unverwechselbares Gesicht. Dies werden wir beibehalten, denn eine Einheitshochschule lehnen wir ab“, sagte Hofmeister.

„Auch angesichts der in den vergangenen Jahren immer wieder geführten Debatten über die Qualität und Aussagekraft von Promotionen haben wir wie auch die HAW allergrößtes Interesse daran, an die Voraussetzungen für dieses Promotionsrecht höchste Maßstäbe anzulegen. Einen „Doktor light“ wird es mit uns nicht geben. Wir holen daher die Universitäten mit ins Boot und wollen mit ihnen gemeinsam diese Entwicklung begleiten. In jedem Promotionsausschuss müssen Universitätsprofessorinnen oder Universitätsprofessoren vertreten sein. Zudem soll es in jedem einzelnen Promotionsverfahren eine universitäre Begutachtung geben“, erklärte Hofmeister. Innerhalb dieses Modells seien auch Verbundlösungen, in denen sich mehrere Hochschulen beziehungsweise verwandte Fachbereiche verschiedener Hochschulen mit dem Ziel gemeinsamer Forschungsaktivitäten zusammenschließen, möglich.

„Auch mit dieser Entscheidung leisten wir einen Beitrag dazu, auch zukünftig als Forschungs- und Wissenschaftsstandort in der Spitzengruppe spielen zu können. Die Verleihung des Promotionsrechtes gilt zunächst jeweils für fünf Jahre und wird nach vier Jahren evaluiert. Ich bin mir jedoch sicher, dass die HAW das in sie gesetzte Vertrauen vollauf rechtfertigen werden“, so Hofmeister.

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Andreas Hofmeister

Vorsitzender Unterausschuss für Heimatvertriebene,
Sprecher im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst

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