• Sybille Steinbacher Inhaberin des bundesweit ersten Lehrstuhles für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
  • Land unterstützt Fritz Bauer Institut in Frankfurt und die Holocaust-Professur 2017 mit insgesamt 525.100 Euro

Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher hat zum 1. Mai 2017 ihren Dienst als Direktorin des Fritz Bauer Institutes in Frankfurt angetreten. Damit verbunden ist der neue, bundesweit erste Lehrstuhl für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Das Land unterstützt das Fritz Bauer Institut in diesem Jahr mit einer Förderung von 375.100 Euro und finanziert die Holocaust-Professur mit weiteren 150.000 Euro. Damit stehen 2017 für beide Einrichtungen insgesamt 525.100 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung. Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Karin Wolff, erklärte dazu:

„Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in ihrem Wahn zielte nicht nur darauf ab, jüdische Mitbürger und andere Menschen zu drangsalieren, zu verfolgen, zu deportieren und zu töten. Sie wollte vielmehr alles jüdische Leben in Deutschland und Europa, eine reiche kulturelle Tradition und ihre über Generationen hinweg reichende Überlieferung vollständig auslöschen. Eine wesentliche Aufgabe von Holocaustforschung ist daher die Arbeit wider das Vergessen. Es ist zugleich eine Arbeit gegen das Verdrängen und gegen die Wiederholung, denn in der ganzen Welt haben populistische Strömungen an Einfluss gewonnen, die sich über Ab- und Ausgrenzung definieren und nach ‚Schuldigen‘ suchen. Nur wer aus diesem Kapitel der Geschichte gelernt hat, ist fähig, im demokratischen Deutschland Verantwortung zu übernehmen. Dieser schwierigen Herausforderung stellen sich das Institut und der neue Lehrstuhl; für beides konnte mit Sybille Steinbacher eine renommierte und geachtete Forscherin gewonnen werden, der wir für ihre Arbeit viel Erfolg und eine breite Wirkung wünschen.

Der neue Lehrstuhl ist auch eine Anerkennung der Leistungen des Institutes und stärkt seine wissenschaftliche Arbeit. Fritz Bauer hat seinerzeit gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter in Frankfurt vor Gericht kamen. Er war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Was viele verdrängen wollten, brachte der Ausschwitz-Prozess in den 1960er Jahren ans Licht. Dieser Prozess hat den Opfern eine Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten in ihrer ganzen Breite sichtbar gemacht. Er markierte damit auch das Ende der flächendeckenden Verdrängung der Frage nach der Schuld und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland. Der neue Lehrstuhl setzt nun das Anliegen von Fritz Bauer für ein besseres Verständnis der nationalsozialistischen Verbrechen und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart an dem nach ihm benannten Institut fort.“

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Karin Wolff

Vorsitzende des Hauptausschusses, Sprecherin für Wissenschaft und Kunst, Medienpolitische Sprecherin, Staatsministerin a.D.

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