Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Axel Wintermeyer, hat den Beschluss des EU-Ministerrats begrüßt, auch künftig die Forschung an Stammzellen dann nicht mit EU-Mitteln zu fördern, wenn dafür menschliche Embryonen zerstört werden müssen. Der CDU-Politiker, der auch Vorsitzender des Arbeitsforums „Bioethik“ der CDU- Landtagsfraktion ist, sprach der Bundesregierung Anerkennung dafür aus, dass es ihr gelungen sei, die entgegengesetzte Entscheidung des EU-Parlaments vom 15. Juni 2006 teilweise zu korrigieren und damit Schritte, die gegen den Anspruch auf unbedingten Lebensschutz gerichtet wären, zu verhindern.

Der Beschluss des EU-Parlaments vom Vormonat habe die in Deutschland und zahlreichen weiteren EU-Mitgliedsstaaten festgelegten Schutzstandards für die Forschung mit embryonalen Stammzellen missachtet, so Wintermeyer. „Hier sollte ein gefährlicher Weg beschritten werden, der menschliches Leben zur Verfügungsmasse von Forschungs- und Wirtschaftsinteressen macht.“ Der gestern gefundene Kompromiss stelle dagegen sicher, dass es auch künftig aus EU-Mitteln keine finanziellen Anreize für die Tötung von Embryonen gebe. „Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass die EU ganz auf die Förderung dieser aus ethischer Sicht hoch problematischen Forschung verzichtet. Das war in Brüssel leider nicht durchsetzbar.“

Der Bioethik-Experte forderte, anstelle der ethisch problematischen Forschung an embryonalen Stammzellen, verstärkt auf Forschungsalternativen zu setzen. Ethisch unproblematische Quellen von Stammzellen wie etwa der Körper Erwachsener und das Nabelschnurblut Neugeborener seien der Forschung an embryonalen Stammzellen allemal vorzuziehen.
„Die Menschenwürde wohnt allen menschlichen Erscheinungsformen inne, egal ob voll entwickelt oder nicht, egal ob alt oder jung, gesund oder krank. Gerade der Embryo - ob auf natürlichem Wege oder durch künstliche Befruchtung entstanden - ist besonders schutzbedürftig. Wie soll sich sein Grundrecht auf Leben durchsetzen können, wenn dieses Recht bei einer Abwägung mit wissenschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Interessen zurücktreten kann? Nur die vorbehaltlos gewährte Menschenwürde kann den Embryo effektiv schützen", begründete der CDU-Politiker seine Haltung.

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