Die Warnrufe innerhalb der SPD würden lauter, stellte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Axel Wintermeyer, nach dem gestrigen hr-Stadtgespräch fest, an dem der ehemalige hessische SPD-Innenminister Gerhard Bökel teilnahm. Bökel hatte seine Kritik an der geplanten Zusammenarbeit seiner Partei mit den Linken erneuert und diesen Weg für „nicht geschickt“ und „nicht zielführend für die Sozialdemokraten“ gehalten. Als „bemerkenswert“ bezeichnete Wintermeyer die Aussagen Bökels, dass „die SPD nicht mit Lafontaine kuscheln dürfe, sondern sich mit aller Härte mit ihm auseinandersetzen müsse“ und dass es „nicht nur ein hessisches Problem“ sei.

Es werde schwer, wenn man „den Bürgern klar mache, in Hessen sei man gezwungen, Wort zu brechen, aber auf der Bundesebene bleibe man dabei". „Die SPD wird durch den Wortbruch von Frau Ypsilanti jegliche Glaubwürdigkeit auch auf Bundesebene verlieren. Wann stoppen Müntefering und Steinmeier endlich Ypsilanti auf ihrem Irrweg?“ fragte der CDU-Politiker.
Bökel sei ein positives Beispiel „für verantwortungsvolle und traditionsbewusste führende Sozialdemokraten“ hob Wintermeyer hervor. „Herr Bökel hat damit zum wiederholten Male Rückgrat bewiesen und Verantwortung für seine Partei und für Hessen übernommen.“ Dies gelte auch für den Griesheimer SPD-Bürgermeister Norbert Leber, der sich in der heutigen Ausgabe des Griesheimer Anzeigers gegen ein Bündnis mit der Linken ausspricht und feststellt: „Ein Abgehen von der Aussage ist Wortbruch - gegenüber den Wählern und der Basis. Auch wenn 100 Regionalkonferenzen einer Koalition zustimmen würden, bleibt das Vorgehen ein Wortbruch!“ Wintermeyer hoffe, dass weitere Sozialdemokraten sich „der Tradition ihrer Partei verpflichtet fühlten“ und Frau Ypsilanti für ihre riskanten Manöver mit den Kommunisten die „Rote Karte“ zeigten, so Wintermeyer abschließend.
 

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