Anlässlich des heutigen Pressegesprächs von Kultusminister Professor Dr. R. Alexander Lorz und des Vorsitzenden der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Professor Dr. Roland Kaehlbrandt, zum Thema „Gutes Deutsch – Bessere Chancen“ erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Armin Schwarz:

„Auch im digitalen Zeitalter ist und bleibt die Beherrschung der Bildungssprache Deutsch in Wort und Schrift unablässige Grundlage für eine erfolgreiche schulische und berufliche Laufbahn. Korrektes Lesen und Schreiben sind Schlüsselkompetenzen für eine gute schulische Bildung. Nur wer sich in der deutschen Sprache korrekt auszudrücken und entsprechende Texte sinnerfassend zu lesen versteht, erhält Zugang zu den erforderlichen Wissens- und Informationsgrundlagen und damit zu Bildungschancen und erfolgreichen Berufs- und Lebensperspektiven. Das Erlernen des Lesens und Schreibens ist somit eine der wichtigsten Aufgaben der Grundschule und bedarf einer permanenten Schwerpunktsetzung auf die nachhaltige und wirkungsvolle Stärkung der Lese- und Schreibkompetenzen.

Die Landesregierung hat daher bereits im Jahr 2003 die Förderung von Kindern in den Bereichen Lesen und Rechtschreibung als obligatorischen Schwerpunkt für jede Schule verankert. Die Schulen sind zudem verpflichtet, jeweils ein Förderkonzept im Bereich Lesen und Rechtschreibung zu entwickeln und Förderpläne für besonders förderbedürftige Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Mit einer ganzen Reihe weiterer Maßnahmen soll zudem der außerordentlich bedenklichen Entwicklungen im alltäglichen Gebrauch von Sprache und Schrift entgegengewirkt werden. Neben einer entsprechenden Schwerpunktsetzung in der Lehreraus- und -fortbildung sowie einem stärkeren Augenmerk auf sprachliche und insbesondere orthographische Kompetenzen in den Bildungsstandards und Kerncurricula soll überdies geprüft werden, ob durch die Festlegung eines Grundwortschatzes die Rechtschreibsicherheit weiter gefördert werden kann.

Im Koalitionsvertrag für die 20. Wahlperiode haben CDU und GRÜNE zahlreiche Maßnahmen zur Deutschförderung festgeschrieben. So wollen wir die bestehenden Sprachförderprogramme in Kitas und Grundschulen ressortübergreifend überprüfen und in ein stimmiges Deutschförderkonzept aus einem Guss zusammenführen. Zudem streben wir einen verbindlichen Charakter für die Vorlaufkurse vor der Einschulung an, damit möglichst alle Kinder diese Chance nutzen. Jedes Kind soll zu Beginn seiner Schulzeit ausreichende Deutschkenntnisse haben.

Lesen und Schreiben sind Schlüsselqualifikationen. Schülerinnen und Schüler sollen von Beginn an zum korrekten Schreiben angeleitet werden. Deshalb sprechen wir uns gegen die Unterrichtsmethode ‚Lesen durch Schreiben‘ aus. Die dauerhafte Implementierung des eingeführten Grundwortschatzes soll darüber hinaus zur Förderung von Deutsch als Bildungssprache beitragen. Besonderen Wert legen wir auf das Schreiben mit der Hand und das Entwickeln einer gut lesbaren Handschrift. Im Rahmen eines stringenten Förderkonzeptes, das in der Grundschule beginnt, werden wir die Bildungssprache Deutsch stärken. Dafür werden wir die Stundentafel für die Grundschule um eine Stunde Deutsch erweitern und eine Ausweitung der Stundentafel in den Jahrgangsstufen 5 und 6 ebenso prüfen wie die Einführung von spezifischen Förderkursen mit verpflichtendem Charakter.

Schülerinnen und Schüler aus Intensivklassen sollen auch weiterhin nur mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Regelunterricht übernommen werden. Einen Automatismus nach zwei Jahren lehnen wir ab. Die Sprachintensivförderung im Rahmen der Intensivklassen an beruflichen Schulen (InteA) hat sich bewährt. Allerdings erreichen nicht alle Jugendlichen nach Durchlaufen von InteA bereits die notwendigen Sprachkenntnisse bzw. Voraussetzungen für den Übergang in eine Berufsausbildung. Daher werden wir die Maßnahmen im Anschluss an InteA, insbesondere die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung weiter stärken. Zur Gewährleistung eines entsprechend qualifizierten Unterrichtes wollen wir besonderes Augenmerk auf die Weiterqualifizierung von Lehrkräften im Bereich Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache legen.

Wir wollen die Feriencamps durch die Ausweitung von kostenfreien und freiwilligen Fördermöglichkeiten bedarfsgerecht fortführen. Außerdem unterstreichen wir die Bedeutung von Förderprogrammen wie beispielsweise ‚Deutschsommer‘. All diese Maßnahmen sollen helfen, damit Schülerinnen und Schüler eine erfolgreiche Schullaufbahn in Hessen absolvieren können und beste Chancen für ihre Zukunft haben. Denn die Beherrschung der Bildungssprache Deutsch ist Grundlage für eine erfolgreiche schulische und berufliche Laufbahn.“

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Armin Schwarz

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sprecher im Kulturpolitischen Ausschuss

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