Fast 200 Gäste waren der Einladung der CDU-Landtagsfraktion zur dritte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Was uns leitet – Eckpfeiler einer bürgerlichen Kultur“ ins Kloster Eberbach gefolgt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert zum Thema: Verfassungspatriotismus statt Leitkultur? Alte Auseinandersetzungen und neue Einsichten“.

CDU-Fraktionschef Dr. Christean Wagner lobte den Gastredner und Bundestagspräsidenten dafür, dass er die einst heftig umstrittene Leitkultur-Debatte erneut angestoßen habe. Als der Begriff vor einigen Jahr das Licht der Öffentlichkeit erblickte, gelangte er sofort auf die Vorschlagliste für das „Unwort des Jahres“ „Inzwischen löse sie keinen Sturm der Entrüstung mehr aus und wird, wenn auch manchmal unter anderem Namen, über alle Lager hinweg geführt“, erklärte Wagner.

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Für Bundestagspräsident Lammert sein klar, dass grundlegende Überzeugungen in Deutschland „nicht zur Disposition gestellt" werden dürften. Dazu zählten Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Vorrang staatlichen Rechts vor religiösen Überzeugungen, die Freiheit von Medien und Kunst. Das sei inzwischen Konsens zwischen den politischen Lagern.
Klar sei auch, so Lammert, dass ein „Verfassungspatriotismus“ nicht ausreiche. Die Verfassung wurzele in kulturellen Überzeugungen. Es sei ein Fehler zu glauben, „man müsse sich um die Wurzeln nicht mehr kümmern, nachdem die Bäume so groß geworden sind". 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der nächste Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe findet am 24. Januar 2007 um 18 Uhr im Hessischen Landtag statt.
Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, spricht zum Thema: „Wie christlich ist das Abendland“

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