"Erika Steinbach hat mit ihrem Vorschlag abermals ein großzügiges und souveränes Zeichen der Verständigung und Versöhnung gesetzt. Es ist nur dem besonnen Handeln der Vertriebenen-Präsidentin zu verdanken, dass es für diese festgefahrene Situation jetzt wieder einen Lösungsansatz gibt", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, zur heutigen Entscheidung der Präsidentin des Bundesverbandes der Vertriebenen (BdV), der hessischen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach, unter bestimmten Voraussetzungen auf einen Sitz im Stiftungsrat "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" zu verzichten.

Es sei dem eindrucksvollen Einsatz von Erika Steinbach zu Verdanken, dass die Planungen für die Vertriebenen-Gedenkstätte "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" soweit fortgeschritten sind. Sie habe dabei auch stets die Vertreibung von Millionen Polen nach dem 2. Weltkrieg aus deren alter Heimat im Osten im Blick gehabt. Auch heute sei das Thema noch aktuell. Weltweit würden immer noch Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen vertrieben, etwa in Afrika oder im ehemaligen Jugoslawien vor einigen Jahren. Erika Steinbach habe bei den Planungen einer Gedenkstätte auch an das geschehene Unrecht an diesen Menschen gedacht. 
Kritik übte Wagner an der Rolle von Bundesaußenminister Guido Westerwelle. "Herr Westerwelle hat in den zurückliegenden Wochen durch sein Verhalten ohne Not die Bundesregierung und den Bundesverband der Vertriebenen in ein Dilemma gebracht. Durch seine öffentliche Ablehnung der Person Erika Steinbach hat sich der Bundesaußenminister zum Sachwalter Polens gemacht, mehr als das der polnische Regierungschef Tusk getan hat. In seiner Vorgehensweise hat Herr Westerwelle völlig übersehen, dass es sich bei der Besetzung des Stiftungsrates um eine innenpolitische und nicht um eine außenpolitische Angelegenheit handelt. Der deutsche Außenminister ist aber dazu aufgerufen deutsche Interessen im Ausland zu vertreten. Er wäre klug beraten, jetzt auf den Vorschlag Erika Steinbachs einzugehen", so Wagner. Der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende erinnerte daran, dass Westerwelle noch vor einigen Jahren für das Selbstbestimmungsrecht des Bundes der Vertriebenen bei der Besetzung des Stiftungsrates eingetreten war.

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