„Die Folgen des Ausstoßes des klimaschädigenden Kohlendioxids (CO2) sind weitaus dramatischer als bislang angenommen“, erklärte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner. Damit nahm er Bezug auf den heutigen Vortrag des Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Shell Holding GmbH, Herrn Kurt Döhmel, vor der CDU-Fraktion. „Unsere Haltung in Punkto Energiepolitik wurde auf breiter Basis bestätigt“, so der Fraktionschef.

Jüngste Zahlen belegten, dass die EU ihr CO2-Reduktionsziel aus dem Kyoto-Protokoll wahrscheinlich verfehlen werde und darüber hinaus der weltweite Kohlendioxidausstoß im vergangenen Jahr sogar um 2,5 Prozent angestiegen sei. „Die katastrophalen Folgen für den Klimaschutz sind Klimawandel, zunehmende Erwärmung und Extremwetterlagen“, so der CDU-Politiker.

Wagner betonte, dass die CDU-Fraktion eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes schon lange anmahne und stellte klar: „Eine besondere Gefahr geht von einem vorzeitigen und unüberlegten Kernenergie-Ausstieg aus, wie von Rot-Grün geplant: Käme dieser zum Tragen und die Kernkraftwerke würden allesamt abgeschaltet, würden jährlich allein in Deutschland zusätzlich 190 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 produziert". Dieser Ausstoß entstünde durch den vermehrten Einsatz fossiler Energien wie Kohle oder Gas, die an Stelle der Kernenergie treten müssten. Alternativen, die das Klima nicht in dem Maße belasten, existierten nicht in ausreichendem Maße. „Ein vorzeitiger Ausstieg blendet die Erfüllung der Klimaschutzziele völlig aus“, erklärte Wagner. „Außerdem können wir nicht Geisterfahrer auf einer Autobahn werden, auf der Deutschland alle großen Industrienationen entgegen kommen. Dort ist aus den genannten Gründen der Ausstieg nicht geplant, sondern es werden sogar neue Kernkraftwerke gebaut“, betonte der CDU-Politiker.
Der CDU-Fraktionschef begrüßte, dass auch große Mineralölkonzerne die Dramatik der Situation erkannt haben und den Klimawandel Ernst nehmen. So habe Shell seine Geschäftsfelder auf die erneuerbaren Energien ausgedehnt und engagiere sich auch im Bereich der Windenergie. Als weltweit größter Vermarkter biogener Kraftstoffe lege Shell ebenfalls besonderen Wert auf Kraftstoffe auf pflanzlicher Grundlage, die dazu beitragen, den CO2-Aussoß zu vermindern. Zukunftsmärkte verspreche man sich von Biokraftstoffen der zweiten Generation, die aus landwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt werden und damit nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion treten.
„Angesichts der CO2-Problematik muss vorrangig die Frage beantwortet werden, wie sich Kernenergie und die erneuerbaren Energien gegenseitig ergänzen können. Nur so kann der Einsatz von Gas oder Kohle, der für den erhöhten und gefährlichen CO2-Ausstoß verantwortlich ist, zurückgedrängt werden. Diesen Fakten und Fragen müssen sich auch Grüne und SPD endlich stellen“, so Wagner. Zudem sei man bei den fossilen Energieträgern vom Import aus politisch instabilen Ländern abhängig. Dies sei kritisch zu sehen, wie die Gasprom-Krise zu Beginn des Jahres eindrucksvoll belegt habe. Die Lösung könne nur in einer ökonomisch und ökologisch ausgewogenen Mischung aller zur Verfügung stehenden Energieträger liegen. „Jeder Energieträger besitzt seine spezifischen Vor- und Nachteile im Strom-, Kraftstoff- und Wärmesektor. Daher müssen sie sich sinnvoll ergänzen, um die gleichberechtigten energiewirtschaftlichen Ziele von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu erfüllen“, so Wagner abschließend.
 
 
Gastvortrag: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Shell Holding GmbH, Kurt Döhmel (re.), informierte die CDU-Landtagsfraktion auf Einladung von Fraktionschef Dr. Christean Wagner über die aktuelle Situation und Perspektiven der Energiepolitik in Deutschland.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag