„Wir müssen Gewalt in jeder Form gegen Frauen und Kinder ächten“, forderte die frauenpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Claudia Ravensburg, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Frauen und Kinder werden immer wieder Opfer von Gewalt in verschiedensten Formen, ob körperlich, psychisch oder sexuell. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hätten vierzig Prozent der in Deutschland lebenden Frauen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren Fälle körperlicher oder sexueller Gewalt erleiden müssen. Gleichermaßen müssten Kinder geschützt werden, denn auch sie seien in besonderer Weise schutzlos häuslicher Gewalt ausgesetzt. Ravensburg begrüßte deshalb auch die Forderung der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger, die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder bundesweit verpflichtend zu machen.

Zur Bekämpfung der Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt habe Hessen bereits erfolgreiche Maßnahmen eingeleitet. Ravensburg nannte beispielhaft die Einrichtung einer Landeskoordinierungsstelle und den Landesaktionsplan gegen häusliche Gewalt, die Einrichtung von Frauennotrufen und insbesondere die Möglichkeit, so genannte Platzverweise gegen gewalttätige Männer auszusprechen, nach denen sich die Männer der Wohnung der Frau nicht mehr nähern dürften.
Die Landtagsabgeordnete forderte, ebenso konsequent gegen Menschenhändlerringe und Zwangsprostitution vorzugehen. Sie nannte als erfolgreiches Beispiel die Informationskampagne zur Problematik des Menschenhandels im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft. Mit dieser konnte das Thema bundesweit öffentlich diskutiert und für eine breite Sensibilisierung gesorgt werden.
Gewalt treffe besonders Frauen mit Migrationshintergrund, weshalb die Ächtung von Gewalt auch eine kulturelle und gesellschaftliche Aufgabe sei. Leider gehörten die zumeist männlichen Gewalttäter sehr oft der eigenen Familie an. Ravensburg sprach sich entschieden für eine Bekämpfung von Zwangsheiraten aus. Immer noch würden Frauen gegen ihren Willen zur Heirat mit einem von der Familie bestimmten Mann gezwungen. Den besonderen Handlungsbedarf zeigten gerade aktuelle Fälle auch in Hessen. In den vielen Fällen der so genannten türkischen „Importbräute" würden die noch minderjährigen Mädchen nur zu diesem Zweck aus der Türkei nach Deutschland gebracht. Das psychische und körperliche Leid dieser jungen Frauen führe in einigen Fällen bis hin zum Selbstmord, so die CDU-Frauenpolitikerin. Hier wie auch hinsichtlich der Morde „im Namen der Ehre“ müsse ein immer noch verbreitetes falsches Ehren- und Familienverständnis aufgegeben werden: „Mord ist Mord, da darf das Wort Ehre keinen Platz finden. Deshalb werden wir uns in einer eigenen Anhörung im Landtag den besonderen Problemen von Frauen mit Migrationshintergrund widmen“, kündigte Ravensburg an.

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