"Musik macht klug und Musik macht glücklich." Auf diese Kurzform brachte der CDU-Landtagsabgeordnete und Bildungspolitiker Dr. Norbert Herr die Ergebnisse einer Langzeitstudie, die der Frankfurter Musikprofessor Hans Günther Bastian durchgeführt hatte. Dabei machte es einen großen Unterschied, ob ein Kind selbst musiziere oder nur Musik höre. Über sechs Jahre lang hatte Bastian an sieben Berliner Grundschulen den Einfluss einer erweiterten Musikerziehung auf Kinder untersucht. Im Ergebnis zeigte sich: "Aktives Musizieren fördert die geistigen und sozialen Fähigkeiten von Kindern positiv." Der reine Konsum von Musik mache dagegen nicht wirklich schlauer. Zum gleichen Ergebnis komme eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Besonders wichtig sei, dass sozial benachteiligte, in ihrer geistigen Entwicklung weniger geförderte Kinder, von einer erweiterten Musikerziehung besonders profitierten. "Darum ist Bildungspolitik mit Musik zugleich die beste Sozialpolitik."

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende schließt daraus: "Jedes Kind in Hessen soll die Möglichkeit haben, schon in der Grundschule ein Musikinstrument zu erlernen." Dieses Ziel habe die CDU-Landtagsfraktion Fraktion in einem Antrag formuliert, der nach den Ferien im Schulausschuss abschließend beraten werden soll. In diesem Sinne äußere sich auch das Landtagswahlprogramm der CDU. "Wir wollen ein Fünf-Jahres-Programm zur Förderung des Lesens und des Musizierens an den Grund-, Haupt- und Realschulen starten."
Herr, selbst aktiver Musiker und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Musikverbände, kündigte an, sich mit den Musikschulen und Schulmusikern über Wege und Möglichkeiten der konkreten Umsetzung auszutauschen. Beispielsweise könnten für den Elementarunterricht im ersten Schuljahr Musikschullehrer in die Schulen kommen und im Tandem mit Grundschullehrern arbeiten. Im zweiten Schuljahr würden die Kinder in einer gemeinsamen Gruppe musizieren. Von der dritten Klasse an käme das Ensemblespiel im Kinderorchester hinzu. "Das Ziel steht fest. Bei der Umsetzung werden wir schrittweise vorgehen und mehrere Möglichkeiten ausloten." Beispielhaft für dieses "ehrgeizige Vorhaben" nannte er Finnland oder Initiativen im Ruhrgebiet, wo in einem Gemeinschaftsprojekt auf frühzeitiges Musizieren großer Wert gelegt werde.

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