Mit dem Auftritt technologiegetriebener, kleiner Start-Ups wird der Wettbewerb im Finanzbereich intensiver. Ziel der neuen „FinTechs“ sind insbesondere leicht zu standardisierende Finanzdienstleistungen. Das können digitale Lösungen für den Zahlungsverkehr oder einfache Finanzierungslösungen sein, aber auch das Management von Spar- und Depositeneinlagen. Die hervorragenden geschäftlichen Rahmenbedingungen im Rhein-Main-Gebiet sind in der kommenden Woche auf Initiative der CDU-Landtagsfraktion Gegenstand der Plenardebatte. Die Regierungsfraktionen haben hierzu einen eigenen Antrag eingebracht (Drs. 19/4377). Dazu erklärte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses und Wirtschaftsexperte der CDU-Fraktion, Clemens Reif:

„Mit dem Auftritt von FinTechs müssen sich etablierte Unternehmen auf sinkende Marktanteile einstellen, wenn es ihnen nicht gelingt, selbst innovative Angebote auf den Markt zu bringen. Als Politik müssen wir ein Interesse daran haben, die Start-Ups als Innovationsmotoren hier in Hessen anzusiedeln und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gründern die Verwirklichung ihrer Ideen und Pläne ermöglichen. Daher ist es richtig, dass das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit anderen Akteuren die Initiative ergriffen hat, um den Finanzplatz Frankfurt in das Bewusstsein der Gründerszene zu rücken und zu einem festen Begriff zu machen. Das Ende vergangenen Jahres eröffnete Gründerzentrum in Frankfurt a. M., das Start-Ups ist hierzu ein erster wichtiger Schritt. Das neu geschaffene "Tech Quartier" stellt nicht nur attraktive Büro- und Arbeitsflächen zur Verfügung, sondern ist zugleich eine zentrale Anlaufstelle für Delegationen und Investoren, Bewerbung und Vermarktung, Förderberatung, Koordination und Anbindung wissenschaftlicher Aktivitäten. Es etabliert auf diese Weise eine Plattform, um die Vielzahl von FinTech-Aktivitäten am Finanzplatz zu bündeln, zu ergänzen und international zu vernetzen.

Die Rhein-Main-Region, so eine Studie der Wirtschaftsberatung Ernst & Young aus dem März 2016, hat sich neben Berlin in Deutschland als FinTech-Zentrum etabliert. Hier war das Wachstum besonders stark und es herrscht Gründerzeitstimmung. Während im Bundesgebiet insgesamt die Zahl der entsprechenden Unternehmen lediglich um 13 Prozent zunehmen konnte, stieg sie in der Rhein-Main-Neckar-Region sogar um 23 Prozent. Gerade Frankfurt bietet als internationaler Bankenstandort beste Voraussetzung für erfolgreiche neue Geschäftsmodelle. Hinzu kommen forschungsstarken Hochschulen, innovative IT-Firmen und leistungsstarke Internetanbindungen. Diese hervorragenden Ausgangsbedingungen müssen wir stärker als bislang nutzen und im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern, um der zentrale deutsche FinTech-Standort zu werden.“

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Clemens Reif

Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

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