Die CDU im Hessischen Landtag hat am Freitag an die ersten freien Volkskammer­wahlen der DDR-Bürger vor 15 Jahren am 18. März 1990 erinnert. „Dieser Tag hat Geschichte geschrieben, er hat Freiheit und Demokratie gebracht“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Franz Josef Jung.

„Die ersten freien Volkskammerwahlen der DDR am 18. März 1990 vollendeten nicht nur die friedliche Revolution, sondern auch die Bestrebung derer, die am 17. Juni 1953 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen waren. Die Spannung jener Wochen vor genau 15 Jahren waren fast aller Orten mit den Händen greifbar. In den Wahlstudios im Ostberliner Palast der Republik zeichnete sich ein überraschender Trend ab: Ein überwältigender Sieg der Allianz für Deutschland, vor allem der CDU.“

In Hessens Nachbarland Thüringen konnte die Allianz mehr als 60 Prozent der Stimmen gewinnen, davon entfielen fast 53 Prozent auf die CDU. „Die Thüringer konnten das beste Wahlergebnis der Allianz in der gesamten DDR erzielen. Die hessi­sche CDU hat mit immensem Einsatz die Thüringer Allianz unterstützt und einen wichtigen Beitrag zum Sieg der ´Allianz für Deutschland´ geleistet", erinnert sich der damalige hessische CDU-Generalsekretär Franz Josef Jung. Das sei eine „wichtige Voraussetzung“ für die spätere Einheit gewesen.
Als erster Landesverband der Union habe die hessische CDU Kontakte zu den Reformkräften in der Ost-CDU geknüpft und die Reformer in dem Bemühen um eine Erneuerung ihrer Partei unterstützt, die in eine „beispiellose Zusammenarbeit im Wahl­kampf mündete“. „Das war der historische Beitrag der CDU Hessen zur Vereinigung unseres Vaterlandes“, betont Jung rückblickend. Im Gegensatz zu vielen Sozialdemo­kraten müssten sich die hessischen Christdemokraten nicht verstecken. „Wir haben damals gestanden in schwieriger Zeit - für Demokratie und Freiheit.“ Führende Sozial­demokraten hätten im Zusammenhang mit der Einheit von einer „Lebenslüge“ gespro­chen, erinnerte Jung.
„Dass Erinnerung und Gedenken in finanziell schwierigen Zeiten möglich sind, hat die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag einmal mehr bewiesen“, so der CDU-Politiker. Während der heutige Bundesfinanzminister Eichel als Hessischer Ministerpräsident die Gedenkstätte „Point Alpha“ bei Rasdorf an der hessischen-thüringischen Gedenkstätte platt machen wollte, stelle die CDU-Landesregierung in diesem Jahr für die Sanierung der Ausstellungsgebäude der Neukonzeption sowie der Erweiterung der ständigen Ausstellungsräume 250.000 Euro zur Verfügung. „Wir haben als Hessen eine beson­dere Pflicht an die Teilung unseres Landes zu erinnern“, so Jung am Freitag.
„Der Mauerfall, die Volkskammerwahl und letztlich die Deutsche Einheit waren und sind ein Glücksfall für alle Deutschen in Ost und West. Es sind Symbole für Frieden und Freiheit in einem vereinten Europa.“

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