• Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung ist das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland
  • Ausbildungsmarkt in Hessen steht durch den demographischen Wandel und die Integrationsanstrengungen vor besonderen Herausforderungen
  • Gemeinsame Arbeit des „Bündnisses Ausbildung Hessen“ ist unverzichtbar und verdienstvoll

Die duale Ausbildung war heute Gegenstand der Debatten in der aktuellen Plenarrunde des Hessischen Landtages. Deutlich wurde, dass die CDU-geführte Landesregierung aktiv mit allen Akteuren der beruflichen Ausbildung auf Bundes- wie Landesebene in Verbindung steht, um die Leistungsfähigkeit des hessischen Ausbildungssystem zu erhalten, zu verbessern und auf zukünftige Herausforderungen strategisch auszurichten. Der für berufliche Bildung zuständige Sprecher der CDU-Fraktion, Klaus Peter Möller, erklärte dazu:

„Die Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung ist das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Nur so können wir die in vielen Branchen bereits heute dringend benötigten Facharbeitskräfte gewinnen. Das ist Voraussetzung für die Herstellung innovativer Produkte auf Weltmarktniveau und somit das solide Fundament für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Hessen ist es gelungen, eine effektive Struktur der Ausbildungsförderung aufzubauen, die jungen Menschen in Hessen vielfältige Chancen auf eine Ausbildung sowie gesellschaftliche Teilhabe eröffnet und einen Beitrag zur Fachkräftesicherung für den Standort leistet Die Partner im „Bündnis Ausbildung“ sind sich dieser Verantwortung bewusst und lassen die gemeinsame Arbeit zu einem großen Erfolg im Interesse der jungen Menschen werden. Diese Arbeit ist auch mit Blick auf die Herausforderungen, vor denen der Ausbildungsmarkt nicht nur in Hessen steht, unverzichtbar. Daher freut es mich besonders, dass die hessische Wirtschaft im vergangenen Jahr durch die gute konjunkturelle Lage und die Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe und Unternehmen gelungen ist, 5,5 Prozent mehr Ausbildungsplätze als 2015 anzubieten. Gleichzeitig standen im vergangenen Jahr allein im hessischen Wirtschaftsministerium für Ausbildungsmaßnahmen mit rund 29,9 Millionen Euro rund doppelt so viele Landesmittel zur Verfügung wie 2014. Das Ziel ist, dass alle jungen Menschen entsprechend ihren Neigungen, Fähigkeiten und Talenten ihren Weg in den Beruf finden.

Gleichzeitig muss jedoch festgestellt werden, dass zum Stichtag 30.09. in diesem Jahr noch 2.675 Ausbildungsstellen nicht besetzt waren, nochmals ein Drittel mehr als 2016. Offenkundig wird es immer schwieriger, Bewerber für bestimmte Ausbildungsbereiche zu gewinnen. Häufig sind Berufsbilder nicht ausreichend bekannt, stellenweise fehlt es aber auch an Mobilität und Flexibilität. Hier müssen alle Anstrengungen zur Verbesserung der Berufsorientierung in den Schulen unternommen werden, denn Die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, ist ohne abgeschlossene Berufsausbildung dreimal so hoch wie mit einer abgeschlossenen Ausbildung.

Als einen Schritt zur Verbesserung dieses Überganges von der Schule in die Berufsausbildung hat die Landesregierung die zweistufige „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)“ entwickelt. Dieses Konzept soll ab dem Schuljahr 2017/2018 erprobt werden. Ziel ist, die Jugendlichen bereits nach einem Jahr für den Übergang in eine duale Ausbildung zu qualifizieren. Bestandteil ist auch eine intensive Berufsorientierung. Dadurch wird wertvolle Zeit für die Ausbildung gewonnen und die Jugendlichen verbringen weniger Zeit in Warteschleifen. Der Schulversuch fasst hierfür die Schülerinnen und Schüler der bisherigen Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, der zweijährigen Berufsfachschule und der einjährigen höheren Berufsfachschule zusammen.

Mit der landesweiten Strategie „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit (OloV)“ wird die Qualität der Zusammenarbeit der regional verantwortlichen Akteure (u. a. Kommunen/Landkreise, Schulen, Agenturen für Arbeit, Kammern) bei der Berufsorientierung und dem Berufseinstieg, etwa durch die Anwendung der hessenweit gültigen Qualitätsstandards für die Berufsorientierung oder die Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, erheblich gesteigert.

Weitere Beispiele für das gemeinsame Wirken der Ausbildungspartner in Hessen sind unter anderem die Entwicklung des Programmes „Stärkung der Ausbildungsfähigkeit und -qualität von Kleinstunternehmen ("gut ausbilden")“ und die Ausweitung des Förderprogrammes „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuaBB)“ auf ganz Hessen. Ebenso wurde im „Bündnis Ausbildung“ vereinbart, dass erstmals in Hessen junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Berufserfahrung und Abitur ein Studium aufnehmen können. Der Modellversuch wurde im Wintersemester 2016/2017 gestartet. Eine Berufsausbildung ist der Start und nicht der Endpunkt von Beruf und Weiterqualifikation.

Mit Blick auf die Fachkräftesicherung und die Entwicklung der offenen Ausbildungsstellen wird es weiterhin wichtig sein, den Jugendlichen bereits früh die breite Vielfalt der Ausbildungsberufe darzustellen. Nur so kann der Fachkräftebedarf der hessischen Wirtschaft auch zukünftig breit abgesichert werden. Dabei werden nur Unternehmen, die eine qualitativ gute Ausbildung bieten, in Zukunft aus einer Vielzahl von geeigneten Bewerbern auswählen können.“

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