• Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung ist das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland
  • Ausbildungsmarkt in Hessen steht durch den demographischen Wandel und die Integrationsanstrengungen vor besonderen Herausforderungen
  • Gemeinsame Arbeit des „Bündnisses Ausbildung Hessen“ ist unverzichtbar und verdienstvoll

Das „Bündnis Ausbildung Hessen“ hat heute seine Bilanz für das Jahr 2016 vorgestellt. Im vergangenen Jahr ist unter anderem die Zahl der Auszubildenden in Hessen um 1,7 Prozent auf 94.000 gesunken. Auch konnten nicht alle Stellen besetzt werden. Gleichzeitig wächst die Zahl junger Flüchtlinge, welche die Sprachförderklassen an Beruflichen Schulen des Programms InteA (Integration durch Anschluss und Abschluss) verlassen. Der für berufliche Bildung zuständige Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Klaus Peter Möller, erklärte dazu:

„Die Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung ist das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland. Nur so können wir die in vielen Branchen bereits heute dringend benötigten Facharbeitskräfte gewinnen. Das ist Voraussetzung für die Herstellung innovativer Produkte auf Weltmarktniveau und somit das solide Fundament für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Partner im „Bündnis Ausbildung“ sind sich dieser Verantwortung bewusst und lassen die gemeinsame Arbeit zu einem großen Erfolg im Interesse der jungen Menschen werden.

Diese Arbeit ist auch mit Blick auf die Herausforderungen, vor denen der Ausbildungsmarkt nicht nur in Hessen steht, unverzichtbar. Daher freut es mich besonders, dass die hessische Wirtschaft im vergangenen Jahr durch die gute konjunkturelle Lage und die Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe und Unternehmen gelungen ist, 5,5 Prozent mehr Ausbildungsplätze als 2015 anzubieten.

Als eine von einer Vielzahl von vereinbarten Maßnahmen hat die Landesregierung zudem den Hochschulzugang weiter geöffnet, denn die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist in Hessen kein Gegenstand nur für Sonntagsreden: Regulär besteht bereits seit 2005 in Hessen die Möglichkeit, mit einem Meisterbrief auch zu studieren. Mit dem Hessischen Hochschulgesetz wurde 2015 den Hochschulen ermöglicht, über Modellversuche den Hochschulzugang auf Gesellen auszuweiten, die einen guten Abschluss gemacht haben. Auf diese Weise konnten zum Wintersemester 2016/17 erstmals 80 junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Berufserfahrung und Abitur in 37 Studiengängen ein Studium aufnehmen. Damit leisten wir einen Beitrag dazu, Hürden zwischen den einzelnen Bildungswegen abzubauen und zu verdeutlichen: Eine Berufsausbildung ist der Start und nicht der Endpunkt von Beruf und Weiterqualifikation.

Auch an anderer Stelle haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Als Schritt zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung hat die Landesregierung die zweistufige ‚Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung‘ (BÜA) entwickelt. Dieses Konzept soll ab dem Schuljahr 2017/2018 an 15 Standorten erprobt werden. Ziel ist, die Jugendlichen bereits nach einem Jahr für den Übergang in eine duale Ausbildung zu qualifizieren. Dadurch wird wertvolle Zeit für die Ausbildung gewonnen und die Jugendlichen verbringen weniger Zeit in Warteschleifen. Der Schulversuch fasst hierfür die Schülerinnen und Schüler der bisherigen Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, der zweijährigen Berufsfachschule und der einjährigen höheren Berufsfachschule zusammen.

Die Integration der Menschen, die aus den unterschiedlichen Regionen und Kulturen der Welt zu uns kommen, ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit Hessens. Die Chancen für ihr Gelingen steigen, wenn wir jetzt langfristig die richtigen Weichen stellen, insbesondere in der Arbeitsmarktpolitik. Die jungen Flüchtlinge verlassen nun nach und nach die Sprachförderung und es stellt sich die Frage der beruflichen Qualifikation. Daher ist es weiterhin richtig, dass im Rahmen des Programmes „Wirtschaft integriert“ unter anderem Unternehmen, die einen Ausbildungsvertrag mit einem jungen Erwachsenen unter 27 Jahre mit Sprachförderungsbedarf schließen, hierfür eine Ausbildungsplatzförderung erhalten. Auch die Bemühungen, das ‚Deutsche Sprachdiplom I Pro (DSD I Pro)‘ als Nachweis für Sprachkenntnisse zu etablieren, weisen in die richtige Richtung.

„Mit Blick auf die Fachkräftesicherung und die Entwicklung der offenen Ausbildungsstellen wird es weiterhin wichtig sein, den Jugendlichen bereits früh die breite Vielfalt der Ausbildungsberufe darzustellen. Nur so kann der Fachkräftebedarf der hessischen Wirtschaft auch zukünftig breit abgesichert werden. Dabei werden nur Unternehmen, die eine qualitativ gute Ausbildung bieten, in Zukunft aus einer Vielzahl von geeigneten Bewerbern auswählen können.“

Hintergrundinformationen:

Das „Bündnis Ausbildung Hessen“ wurde 2015 ins Leben gerufen. Bündnispartner sind neben dem Land Hessen die Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit, die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, die hessischen Handwerks- sowie die Industrie- und Handelskammern, der Verband Freier Berufe in Hessen, der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen, der Hessische Landkreistag, der Hessische Städtetag und der Hessische Städte- und Gemeindebund.

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