• Hessische Beteiligung an Forschungsvorhaben zu Todesopfern an der innerdeutschen Grenze ist Beitrag zu aktiver und nachhaltiger Erinnerungskultur
  • Erschütternde Schicksale der Opfer des SED-Unrechtes mahnen zu Wachsamkeit und engagierter Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
  • Versuchen zur Relativierung und Verharmlosung der SED-Willkürherrschaft gilt es entschieden entgegenzuwirken

Anlässlich der heutigen Vorstellung der Studie ‚Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze‘ durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg:

„Die Erinnerung an die an der innerdeutschen Grenze ermordeten Menschen und an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft im Osten Deutschlands ist eine dauerhafte Mahnung zur entschlossenen Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland und in Europa. Auch mehr als 25 Jahre, nachdem der totalitäre Unrechtsstaat der DDR von dem Streben seiner Bürger nach Freiheit und Einheit und den mutigen Protesten zu Fall gebracht worden ist, geben aktuelle Entwicklungen nach wie vor Anlass zu besonderer Sorge und Wachsamkeit: Das neuerliche Aufkeimen von nationalistischen Ideologien und europafeindlichen Parteien in zahlreichen europäischen Staaten, aber auch die fortwährende Verherrlichung sozialistischer Gewaltregime durch Vertreter der Linkspartei machen deutlich, dass die Erinnerung an die Folge von Totalitarismus und Diktatur eine fortwährende Verpflichtung darstellt. In diesem Sinne leistet die heutige Veröffentlichung des Forschungs- und Dokumentationsprojektes ‚Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze‘ einen maßgeblichen Beitrag zu einer aktiven und nachhaltigen Erinnerungskultur. Stellvertretend für die zahllosen Opfer, die auf der Flucht vor dem SED-Regime ermordet wurden, in den Stasi-Gefängnissen psychische und physische Folter erleiden mussten und im totalitären Lebensalltag durch Bespitzelung und Drangsalierung ihrer Lebensentwürfe beraubt worden sind, verleiht die personalisierte Darstellung den Todesopfern an der innerdeutschen Grenze ein Gesicht. Diese Form der geschichtlichen Aufarbeitung ist zum einen Ausdruck der Verantwortung und Solidarität mit den Opfern, zum anderen jedoch auch eine Mahnung gegenüber jeglichen Versuchen zur Relativierung und Verharmlosung des Unrechtes und der totalitären Willkürherrschaft des SED-Regimes. Die erschütternden Schicksale der Opfer sollen dabei insbesondere auch jüngeren Menschen, denen die Geschichte des DDR-Unrechtsstaates allenfalls vom Hörensagen bekannt ist, die Notwendigkeit einer aktiven und kontinuierlichen Verteidigung der unverbrüchlichen Werte von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit näherbringen.

Auf rund 270 Kilometern Länge verlief zwischen Hessen und Thüringen der Todesstreifen, so dass wir in unserem Bundesland ein besonderes Interesse an der geschichtlichen Aufarbeitung der SED-Willkürherrschaft haben. Gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat das Land Hessen das vom Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin durchgeführte Forschungsprojekt daher auch finanziell unterstützt. Ebenso wie zahlreiche weitere hessische Maßnahmen, Projekte und Initiativen - genannt seien beispielsweise das Grenzmuseum Schifflersgrund, die Erinnerungs- und Begegnungsstätte Point Alpha, das Zeitzeugenprojekt an Schulen oder die pädagogischen Fahrten zu DDR-Gedenkstätten – ist auch die hessische Beteiligung an der historischen Forschung zu Herrschaftsstruktur und Verbrechen der SED-Diktatur ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie und zur Bekämpfung extremistischer Umtriebe.“

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Michael Boddenberg

Fraktionsvorsitzender, Staatsminister für Bundesangelegenheiten a.D.

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