+Bruttowertschöpfung von zehn Milliarden Euro, Arbeitgeber für 90.700 Menschen und Exportanteil von mehr als elf Milliarden Euro
+Land unterstützt Akteure dabei, vorhandene Kompetenzen und Forschungsstandorte stärker zu vernetzen
+Rahmenbedingungen der Industrie kontinuierlich prüfen und verbessern

Anfang des Jahres stellte die „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH)“ eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Gesundheitsindustrie in Hessen vor. In der von der CDU-geführten Landesregierung unterstützten Initiative arbeiten Unternehmen der Gesundheitsindustrie, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sowie Vertreter aus Wissenschaft und Forschung gemeinsam an Konzepten und Strategien zur Stärkung des Standortes. Die Regierungsfraktionen haben hierzu unter dem Titel „Hessens Gesundheitswirtschaft Garant für Wachstum und Arbeitsplätze“ einen Antrag eingebracht, der heute Gegenstand der Debatte im Plenum war (Drs. 19/4531). Der industriepolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Klaus Peter Möller, erklärte dazu:

„Die Gesundheitswirtschaft in Hessen weist eine enorme Vielfalt und Breite auf. Das Spektrum reicht von hochwertigen und innovativen Arzneimitteln und Medizintechnik über Körper-, Hygiene- und Pflegeprodukten bis hin zu Sport- und Fitnessgeräten, die auch in der Reha eingesetzt werden. Große, international operierende Unternehmen sind ebenso vorhanden wie ein kompetenter Mittelstand, Hochschulen mit bedeutenden medizinischen Fachbereichen und zahlreiche Klinik- und Kurstandorte. Alle leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Menschen mit hochwertigen und wirksamen Medikamenten und Medizinprodukten zu versorgen.

Gleichzeitig ist die Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung von zehn Milliarden Euro, als Arbeitgeber für 90.700 Menschen und mit einem Exportanteil von mehr als elf Milliarden Euro ein wichtiger Faktor für Wachstum und Beschäftigung in Hessen. Die Unternehmen beziehen Vorprodukte, bestellen Dienstleistungen und zahlen Löhne und Gehälter, die von den Beschäftigten hier ausgegeben werden.

Hessen hat eine lange und reiche Tradition auch als Pharmastandort. Der internationale Wettbewerb ist jedoch gerade auch in diesem exportorientierten Bereich stark. So steht neben der Meldung, dass zahlreiche Beschäftigte von Mundipharma in Limburg um ihre Jobs fürchten müssen, die Meldung, dass das weltweit tätige Unternehmen GlaxoSmithKline rund 162 Millionen Euro in den Neubau einer Antigen-Produktion für Meningokokken-B-Impfstoff in Marburg investieren wird.

Letzteres ist ein klares Signal für den Standort Hessen. Ersteres muss für uns Anlass sein, die Rahmenbedingungen für die Industrie in Deutschland und Hessen immer wieder kritisch in den Blick zu nehmen und über Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren. Sowohl Forschung und Entwicklung als auch Produktion und Vertrieb müssen für die Unternehmen in Hessen attraktiv bleiben. Dazu gehören u. a. die Förderung von Clustern und Netzwerken, eine weitere Verbesserung der Finanzierungsbedingungen – insbesondere mit Blick auf innovative Neugründungen – sowie die Umsetzung des Maßnahmenkataloges des "Gesamtkonzeptes Fachkräftesicherung" der Landesregierung.

Auf Bundesebene gehört zu dieser Diskussion eindeutig die Entwicklung der Energiekosten, welche gerade die stromintensive Chemie- und Pharmabranche besonders belastet. Auch wenn das neue EEG 2017 durch die Ausschreibungsregelungen zu einer verringerten Dynamik bei der Entwicklung der Umlage führt, werden wir die Kostendiskussion fortsetzen und es müssen weitere Reformschritte folgen: Nach der Reform ist vor der Reform.“

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Klaus Peter Möller

Sprecher des Hauptausschusses

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