„Uneinsichtigkeit und sozialistische Gleichmacherei stellen nach wie vor die tragenden Säulen der Bildungspolitik einer unaufhaltsam an Unglaubwürdigkeit zunehmenden Hessen-SPD dar“, mahnte der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Günter Schork, angesichts der Berichterstattung heute im Darmstädter Echo über die „versuchte Vertuschung“ des bildungspolitischen SPD-Konzeptpapiers „Haus der Bildung“ durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Schäfer-Gümbel und den darin enthaltenen Forderungen nach der Abschaffung des differenzierten Schulsystems. 

„Wenn sich ausgerechnet Schäfer-Gümbel nun nach außen hin vordergründig für eine Entschärfung des unter seiner Leitung am 31. Oktober 2012 in der SPD-Fraktion beschlossenen bildungspolitischen Radikalprogrammes einsetzt, ist das entweder als Distanzierung des SPD-Fraktionsvorsitzenden von seiner eigenen Fraktion oder als Treppenwitz und bewusste Wählertäuschung zu verstehen. Es war Schäfer-Gümbel selbst, der auf einer Pressekonferenz zur Bildungspolitik am 5. November 2012 auf Nachfrage eines Journalisten wörtlich ausgerufen hat: ‚Ja, wir wollen einen Systemwechsel‘. Es war auch Schäfer-Gümbel, der bereits am 13. Juli 2011 in einem FR-Interview der Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und damit der Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Förderschulen das Wort redete und zu der Feststellung gelangte: ‚Wir setzen dem das pädagogische Prinzip der Gemeinschaftsschule entgegen‘ – eine semantische Verniedlichung der sozialistischen Einheitsschule, die keine anderen Schulformen zulässt. Und es war Schäfer-Gümbel selbst, der ein von der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag am 31. Oktober 2012 verabschiedetes Bildungspapier vorgestellt hat, das auf den Spuren von Ludwig von Friedeburg und Andrea Ypsilanti wandelt und das in der Forderung nach Einheitsschule und Einheitslehrer gipfelt“, so Schork. 

„In allen Umfragen lehnt die große Mehrheit der Hessen die von Schäfer-Gümbel und seinen 1968-er-Schulkämpfern forcierte sozialistische Einheitsschule nachdrücklich ab. Es kann daher nicht verwundern, dass bei Schäfer-Gümbel nun das große Zittern beginnt und er aus Furcht vor einer Abstrafung durch die Wählerinnen und Wähler den Menschen Sand in die Augen zu streuen sucht und von einer Freiwilligkeit der Einheitsschule spricht. Wie eine schon vom Wortsinne her widersinnige ‚freiwillige Einheitsschule‘ funktioniert, lässt sich in den von SPD und Grünen regierten Bundesländern anschaulich verfolgen. Dort werden die Gymnasien und die anderen Schulformen systematisch ausgeblutet und die Einheitsschulen personell wie materiell auf Kosten der Gymnasien und auf Kosten einer guten Bildung bevorzugt. So sollen in Baden-Württemberg zusätzlich zu der von Ministerpräsident Kretschmann angekündigten Stellenstreichung von 11.600 Stellen bis zum Jahr 2020 aus allen Schularten insgesamt über 1.500 Lehrerstellen in den nächsten zwei Jahren an die ‚Gemeinschaftsschulen‘ umgeschichtet werden. Den Angaben des baden-württembergischen Philologenverbandes zufolge sollen dabei alleine bis zum Jahr 2014 rund 680 Stellen aus dem gymnasialen Bereich durch das SPD-geführte Kultusministerium an die ‚Gemeinschaftsschulen‘ abgegeben werden. Auch in Hessen hält die SPD um Schäfer-Gümbel ungeachtet ihrer plötzlichen Verniedlichungs- und Verschleierungsrhetorik offenkundig noch immer an ihrem Wunschkind der Einheitsschule fest, die in organisatorischer Hinsicht auf erschreckende Weise dem DDR-Schulsystem mit den polytechnischen Oberschulen gleicht“, so Schork.
 
 
 
 
 
 

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