„Eine zukunftsweisende und effektive Bildungspolitik zeichnet sich nicht durch Schnellschüsse auf der Grundlage effekthaschender Studien aus, sondern durch langfristige und durchdachte Konzepte zum Wohle der Schülerinnen und Schüler sowie eine solide und perspektivisch gesicherte Ausfinanzierung unseres Bildungssystems“, kritisiert der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Günter Schork, die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Durchlässigkeit der Schulsysteme in Deutschland. 

„Es ist bezeichnend, dass der im gleichen Haus erschienene ‚Chancenspiegel’ unserem Bundesland Hessen noch vor wenigen Wochen gute Werte in der Durchlässigkeit attestiert und lediglich vier von 16 Bundesländern höher eingestuft hat. Nur wenige Wochen später picken sich die Bildungsforscher ein paar andere Zahlen heraus, um zu genau dem gegenteiligen Schluss zu gelangen. Sogar die GEW hat deutlich gemacht, dass die Unzahl an Studien keine neuen Erkenntnisse zutage fördere und angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen Äpfel mit Birnen vergleiche. Mittlerweile lassen sich die Studien kaum mehr zählen, die ihren Auftraggebern zwar die begehrten Forschungsgelder zur Beschäftigung von Bildungswissenschaftlern sichern, die in ihren zweifelhaften Ergebnissen allerdings leider nichts zur Verbesserung des Bildungssystems in Deutschland beitragen. Auch bei der vorliegenden Studie hat Bertelsmann-Stiftung völlig unberücksichtigt gelassen, dass Hessen nachweislich die dritthöchste Übergangsquote von der Grundschule auf das Gymnasium aufweist und dass in Hessen bei der Wahl der weiterführenden Schule allein der Elternwille maßgeblich ist und auch künftig sein wird“, so Schork. 

„Hinzu kommt, dass eine höhere Anzahl an Abiturienten und Studierenden nicht zwingend mit einer besseren Bildungspolitik gleichzusetzen ist. Deutschland hat die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht zuletzt auch deswegen am besten bewältigt, weil es über ein weltweit gelobtes duales Ausbildungssystem verfügt. Während in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit bei 8 Prozent liegt und damit den niedrigsten Wert aller 27 EU-Staaten aufweist, haben die europäischen Partnerländer ohne das bewährte deutsche Ausbildungssystem mit Arbeitslosenquoten bei Jugendlichen von zum Teil über 50 Prozent zu kämpfen. Hierfür benötigen wir jedoch auch weiterhin gut ausgebildete Haupt- und Realschüler mit einer praxisorientierten Schulbildung“, schließt Schork seine Stellungnahme
 

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