Als Ausdruck der "ideologischen Verbohrtheit" hat der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, die Forderung des Grünen-Abgeordneten Wagner zu einer "radikalen Kehrtwende in der Bildungspolitik" in der FAZ vom 21.7. "scharf kritisiert". "Die Eltern in Hessen wollen weder ihre Kinder in das Korsett einer Zwangseinheitsschule nach den Vorstellungen der Ypsilanti-SPD und der Al-Wazir-Grünen stecken, noch soll es ein zurück in die chaotischen Verhältnisse rot-grüner Bildungspolitik der 90'er Jahre geben, die nicht zuletzt vom wöchentlichen Ausfall von 100.000 Unterrichtsstunden geprägt war."

"Fakt ist, dass sich heute 60 Prozent der hessischen Eltern ganz bewusst gegen die Einheitsschule entscheiden und froh sind, dass die CDU-geführte Landesregierung die Vielfalt der Schulformen hergestellt und ausgebaut hat. Unterschiedliche Begabungen und Talente erfordern differenzierte, vielgliedrige Schulformen und Förderung. Dafür steht die CDU-Fraktion ein. Einheitsbrei und Gleichmacherei wird es mit der CDU nicht geben", sagte Irmer. SPD und Grüne sollten aufhören, ihren "Schulkampf" auf dem Rücken aller Schüler, Eltern und Lehrer fortzuführen. Es sei kristallklar, warum sich Wagner wie Ypsilanti weigerten, dem Kind einen Namen zu geben und stattdessen von einer Neuen Schule "fabulieren": "Sie wollen die Zwangseinheitsschule für alle und die Abschaffung der Gymnasien, hätten damit die Eltern in Hessen aber schon einmal gegen sich aufgebracht", machte Irmer deutlich. Pisa habe gerade erst gezeigt, dass das Gymnasium eine der erfolgreichsten Schulformen überhaupt sei.
Die Schüler der Förderschulen nach Wagners Aussagen als "Bildungsverlierer abzustempeln" nannte der CDU-Politiker eine "Frechheit und Beleidigung", die sich aber nahtlos in das Weltbild der SPD füge. Ypsilantis Haltung, dass der Mensch offensichtlich erst beim Abitur beginne, sei nur ein weiteres Beispiel. "Wir als CDU legen einen besonderen Wert gerade auch auf die Unterstützung schwächerer Schüler und stellen uns hinter das große Engagement und die Leistungen der Förderschullehrer", erklärte der CDU-Politiker. Unterschiedliche Begabungen erforderten differenzierte Förderung. Hauptschüler, die die praxisorientierten SchuB-Klassen durchliefen, erreichten zu 90 Prozent mindestens ihren Hauptschulabschluss, viele erhielten ein Ausbildungsangebot. Die Zahl der Hauptschulabgänger ohne Schulabschluss sei innerhalb weniger Jahre um ein Drittel vermindert worden. Die Zahl der Schüler, die wegen nicht ausreichender Sprachkenntnisse vom Unterricht zurückgestellt werden mussten, sei im laufenden Schuljahr 2006/2007 auf nur noch 2,5 Prozent vermindert worden. Im Schuljahr 2003/2004 lag die Rückstellungs-Quote noch bei 4,7 Prozent. "Zu rot-grünen Regierungszeiten fielen all diese Schüler durch den Rost und landeten arbeitslos auf der Straße. Hessens SPD und Grüne tragen für dieses Bildungsversagen die historische Verantwortung", erklärte Irmer.
Die Vorstellung Wagners, zur Finanzierung auf höhere Steuereinahmen zu hoffen und auf Infrastrukturmaßnahmen zu verzichten, nannte Irmer ein "Armutszeugnis" und verdeutliche die "ideologische Beschränktheit grüner Politik". "Wagner und die Grünen haben immer noch nicht kapiert, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen guter Infrastruktur auf der einen und verstärkter Firmenansiedelung und hoher Wirtschaftskraft der Region auf der anderen Seite gibt. Eine starke Wirtschaft sorgt für Steuereinnahmen und bringt zusätzliche Arbeitsplätze", sagte der CDU-Politiker.
Zur Beseitigung des "rot-grünen Bildungsnotstandes" hat die CDU seit 1999 dagegen 3.500 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen und mehr als drei Milliarden Euro zusätzlich in die Schulen investiert. Weitere 2.500 Stellen im Bereich Schule würden in der kommenden Legislaturperiode ab 2008 schrittweise geschaffen. "Seit diesem Schuljahr können die Eltern auf verlässliche Schulzeiten vertrauen. 73 Prozent der Befragten einer Umfrage der Hessenschau sind mit der verlässlichen Schule zufrieden. Seit 1999 wurden die Mittel für Vertretungsunterricht von 5,7 Millionen Euro auf heute 42 Millionen Euro versiebenfacht. Im nächsten Jahr kämen zusätzliche 10 Millionen Euro hinzu Darüber hinaus ist das Landesabitur erfolgreich angelaufen, das Vergleichbarkeit schafft und damit bessere Chancen für unsere Abiturienten bietet", nannte Irmer abschließend weitere Erfolgsbeispiele.

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