"Wir haben seit 1999 in Hessen mehr Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit erreicht", sagte der bildungspolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, am Mittwoch im Landtag. So wurde die Zahl der Schüler, die wegen unzureichender Sprachkenntnisse vom Unterricht zurückgestellt werden mussten, in Folge von Sprachfördermaßnahmen von 4,7 Prozent im Schuljahr 2003/2004 auf 2,5 Prozent im laufenden Schuljahr 2006/2007 vermindert. Die Zahl der Abgänger von Hauptschulen und Gesamtschul-Hauptschulzweigen ohne Abschluss sei von fast 23 Prozent im Schuljahr 1999/2000 auf unter 15 Prozent im Schuljahr 2004/2005 gesunken.

Hauptschüler, die
berufspraxisorientierte ‚SchuB-Klassen' durchliefen, erreichten zu neunzig
Prozent mindestens den Hauptschulabschluss. Schüler dieser Klassen arbeiten zwei
Tage in der Schulwoche in Betrieben mit, um Praxiserfahrung zu
sammeln.
"Auch SPD und Grüne können sich
diesen Fakten nicht verschließen. Ihre Ablenkungsversuche sind unsachliche
Polemik." Dies gelte auch für ihr eigenes Versagen zu rot-grünen
Regierungszeiten bis 1999. Damals habe es weder besondere Maßnahmen zur
notwendigen Sprachförderung noch SchuB-Klassen gegeben. Stattdessen habe
Rot-Grün einen riesigen Unterrichtsausfall von wöchentlich über 100.000 Stunden
produziert. Somit seien SPD und Grüne ihrer Verantwortung vor allem für
schwächere Schüler nicht nachgekommen. Viele dieser Schüler hätten keine
Berufsperspektive erhalten. "SPD und Grüne tragen für das Bildungsversagen zu
vieler Schüler die historische Verantwortung. SPD und Grüne sind und bleiben die
Parteien der Bildungsungerechtigkeit." Es sei, so Irmer, "schon bemerkenswert,
dass sich die gleichen Wortführer von damals noch heute zu Ratschlägen
erdreisten".

Im Hinblick auf die weitere
Verbesserung der Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit betonte Irmer, dass
CDU-Regierung und CDU-Fraktion in den nächsten Jahren weitere 2.500 Stellen im
Bereich der Schulen schaffen würden. Diese seien zum Beispiel für freiwillige
Ganztagsangebote an allen Schulen und für die Ausweitung des SchuB-Programms auf
alle Hauptschulen vorgesehen.

Leider steckten SPD und Grüne bis
heute in ihrer Einheitsschulideologie fest. "Damit würden wieder vor allem
schwächere Schüler benachteiligt, weil diese nicht individuell gefördert
würden." Gleichfalls würden dabei aber auch besonders lernstarke Schüler nicht
ausreichend gefördert. "Wenn der Förderschüler neben dem Gymnasiasten sitzt,
kommen beide zu kurz." Die CDU lehne deshalb die von der SPD geplante Auflösung
und Abschaffung aller Haupt- und Realschulen sowie der Gymnasien ab. "Wir
orientieren uns an den besten Fördermöglichkeiten für die verschiedenen
Begabungen aller Schüler. Eine pädagogisch unverantwortliche
Einheitsschulideologie kann nicht im Interesse der Schüler und ihrer Eltern und
Lehrer sein." Irmers Fazit: "Damals und heute geht die rot-grüne
Einheitsschulpolitik zu Lasten der Kinder und Jugendlichen. Deshalb treten wir
im Gegensatz zu Rot-Grün für Schulvielfalt und Schulwahlfreiheit
ein."

Der Schulexperte erinnerte daran,
dass die CDU-Politik seit 1999 bereits 3.500 zusätzliche Lehrerstellen und 2.100
zusätzliche Referendarstellen geschaffen habe. Damit würden wöchentlich weit
über 100.000 Unterrichtsstunden mehr erteilt. Die Ganztagsangebote seien mehr
als verdreifacht worden. Die CDU-Politik habe Maßnahmen zur gezielten
Deutschförderung von Vorschulkindern begonnen. „Denn das ausreichende
Verständnis der deutschen Unterrichtssprache ist entscheidend für den Erfolg in
der Schule." SPD und Grüne hätten dies früher als "Zwangsgermanisierung"
verunglimpft. Besondere Angebote wie SchuB-Klassen oder Begabtenförderung habe
es unter Rot-Grün ebenfalls nicht gegeben.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag