Die Überführung der Lärmpausen am Flughafen Frankfurt/Main in den Regelbetrieb war am Mittwochmorgen auf Initiative der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag Gegenstand der parlamentarischen Debatte. „Die Bilanz des Probebetriebes für ein Lärmpausenmodell am Flughafen Frankfurt war eindeutig positiv: Zwischen April 2015 und April 2016 konnten es am Abend zu 92 Prozent und am Morgen zu 96 Prozent umgesetzt werden. Die Lärmbelastung konnte spürbar verringert werden, die Lärmpausen sind fester Bestandteil im operativen Geschäft des Flughafens und eine Mehrheit von über 70 Prozent wünscht ihre Fortsetzung. Es ist daher eine gute Nachricht für die Region, dass die Lärmpausen in den Regelbetrieb überführt werden und somit auch zukünftig vielen Menschen in der Region zuverlässig und weitgehend planbar entlasten. Dies ist ein großer Erfolg aller Beteiligten, die sich in vielen Gesprächen und Verhandlungen über das Modell und dessen praktische Umsetzung verständigt haben. Ihnen gilt unser besonderer Dank“, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Heiko Kasseckert. Die Regierungsfraktionen haben hierzu einen begleitenden Antrag eingebracht (Drs. 19/3489).

Das Verfahren regelt, in der am Flughafen weit überwiegenden Westrichtung (BR 25) in der Nachtrandstunde von 22 bis 23 Uhr lediglich die Südbahn für die Landeanflüge aus Richtung Osten zu nutzen. „Dies entlastet insbesondere viele Menschen in Offenbach und im Frankfurter Süden. Im Ergebnis können vor allem im Nahbereich über 40.000 Anwohner von einer zusätzlichen Stunde Nachtruhe profitieren.“ In Neu-Isenburg hätten die Menschen vor allem eine Stunde länger Nachtruhe. Diese Entlastungen seien deutlich höher als die zusätzlichen Belastungen am Abend

„Wir werden begleitend auch bei unseren Anstrengungen zur konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Maßnahmenpaketes der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ nicht nachlassen. So konnte u. a. die Ausrüstung der Airbus A 320-Flotte der Lufthansa mit Wirbelgeneratoren bereits vor einiger Zeit abgeschlossen. Auf diese Weise sind rund die Hälfte der Landungen der Lufthansa AG am Flughafen Frankfurt leiser als zuvor“, erläuterte Kasseckert. Ende 2015 habe Hessen zudem gemeinsam mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes und zur stärkeren Einbeziehung der Bevölkerung bei der Planung von Flugverfahren vorgestellt, um dem Lärmschutz bei der Erarbeitung und Festlegung von Flugverfahren ein stärkeres Gewicht als bislang einzuräumen. Sie befinde sich derzeit noch in der Beratung.

„Der Flughafen Frankfurt ist die größte Arbeitsstätte in Deutschland und ein Jobmotor, der berufliche Perspektiven für Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen eröffnet. Er bietet bei allen Herausforderungen große Chancen für ein exportorientiertes Land wie Hessen und das Rhein-Main-Gebiet. Auf den klaren Erfolgen bei der Fluglärmverringerung werden wir uns jedoch nicht ausruhen: Weitere Entlastungen sind und bleiben unser Ziel“, erklärte Kasseckert.

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Heiko Kasseckert

Wirtschaftspolitischer Sprecher

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