• Finanzielle Grundlage für eine bessere Pflegeausbildung schaffen

  • Künftig bezahlen alle Einrichtungen, auch diejenigen, die nicht ausbilden, die berufliche Ausbildung

  • Ausbildungsbetriebe können mit mehr Geld als bisher rechnen

Anlässlich der Ersten Lesung des Gesetzentwurfs der Regierungsfraktionen über ein Gesetz zur Errichtung des Sondervermögens „Pflegeausbildungsfonds“ erklärte die seniorenpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Petra Müller-Klepper:

„In der Pflegeausbildung beginnt am 1. Januar 2020 ein neues Zeitalter. Die generalistische Ausbildung geht an den Start, mit der die bisher getrennten Ausbildungen für die Bereiche Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt werden. Mit der Errichtung eines ‚Pflegeausbildungsfonds‘ schaffen wir die finanzielle Grundlage für die Umsetzung in Hessen. Wir wollen, dass diese Reform gelingt, denn sie wertet die Pflege als eigenständigen Berufsbereich auf. Dies geschieht, indem die Qualität der Ausbildung verbessert wird: durch modernisierte Inhalte, mehr Praxisanleitung und eine bessere Ausstattung der Schulen. Zudem durch erstmalige Regelung von so genannten Vorbehaltsaufgaben, die nur von qualifizierten Fachkräften wahrgenommen werden dürfen.

Die Pflegekräfte in unserem Land leisten eindrucksvolle Arbeit. Wir wollen ihnen weiterhin den Rücken stärken mit besseren Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, einer besseren Bezahlung und mehr beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Hier ist schon einiges passiert – beispielsweise die Pflegestärkungsgesetze. Zudem wollen wir eine einheitliche Ausbildung zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen. Diese soll vielfältige Einsatzmöglichkeiten, die Durchlässigkeit zwischen den Sektoren und mehr Karrierechancen eröffnen. Der Abschluss als Pflegefachfrau bzw. -fachmann sichert die EU-weite Anerkennung. Hinzu kommt, neben der beruflichen Ausbildung, die Option einer hochschulischen Ausbildung mit Bachelorabschluss.

Parallel zur inhaltlichen Reform wird die Ausbildung auf eine neue, einheitliche Finanzierungsgrundlage und damit auf sichere Beine gestellt. Künftig bezahlen alle Einrichtungen, auch diejenigen, die nicht ausbilden, die berufliche Ausbildung – den praktischen wie den schulischen Teil. Sie wird solidarisch von allen getragen. Das ist gerechter, denn von gut ausgebildetem Personal profitieren alle. Kern dieses Umlagesystems ist der Ausbildungsfonds, der als Sondervermögen vom Land getrennt vom allgemeinen Haushalt gebildet und verwaltet wird. Er speist sich aus den Umlagebeträgen der Einrichtungen und den Direktzahlungen der Finanzierungspartner. Die stationären und ambulanten Altenpflegeeinrichtungen schultern mit ihren Umlagebeiträgen einen Anteil von 30,21 Prozent, die Krankenhäuser von 57,23 Prozent. Die Pflegeversicherung übernimmt 3,6 Prozent und das Land 8,9 Prozent. Wer ausbildet, erhält für jeden Azubi aus diesem Solidartopf Geld – ein monatliches Ausbildungsbudget, mit dem die Kosten der praktischen Ausbildung einschließlich der Kosten der Praxisanleitung und zusätzlich die Mehrkosten, die durch die Ausbildungsvergütungen entstehen, gedeckt werden. Somit können die Ausbildungsbetriebe mit mehr Geld als bisher rechnen. Die Ausbildungszahl ist nicht kontingentiert. Nach oben gibt es keine Grenze. Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz wird bezahlt. Höhere Kosten, die so entstehen, werden aus einer Liquiditätsreserve erstattet. Demzufolge scheitert keine Ausbildungsoption am Geld. Alle eingezahlten Gelder kommen der Pflege zugute.

Schlussendlich ist der Aufwand bei der Einführung des Umlagesystems groß. Das ist aus allen Bundesländern zu hören, doch es gibt einen entscheidenden Vorteil: Das System wird gewährleisten, dass die echten Ausbildungskosten erstattet werden, damit die Pflege ein Beruf mit Zukunft wird.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ihr Ansprechpartner

petra.mueller-klepper

Petra Müller-Klepper

Staatssekretärin a.D., Vorsitzende Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Mitglied im Ältestenrat, Mitglied im Präsidium

Kontakt für Rückfragen