• Hessisches Kultusministerium investiert rund 54 Millionen Euro in die Schaffung von 700 neuen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte
  • Deutliche Erhöhung der Mittel für Fortbildung und Beratung sowie Anhebung der Besoldung von Konrektoren sind wichtige Instrumente zur Qualitätsentwicklung und Professionalisierung der Grundschulen
  • Hessen begegnet bundesweiter Herausforderung des Mangels an Grundschullehrern mit nachhaltigem Konzept zur Sicherung der Lehrerversorgung unter Wahrung hoher Qualitätsstandards

Anlässlich der heutigen Vorstellung eines Maßnahmenpaketes für die Grundschulen durch den Hessischen Kultusminister Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Armin Schwarz:

„Um für alle Kinder von Beginn an die besten Bildungsmöglichkeiten zu sichern, profitieren die Grundschulen in Hessen wie kaum eine andere Schulform von den massiven Investitionen der Landesregierung in den Bildungssektor. Zu keiner Zeit waren die hessischen Grundschulen dabei personell besser ausgestattet, materiell besser versorgt und pädagogisch besser aufgestellt als im laufenden Schuljahr 2017/18. So können die hessischen Grundschulen die mit 19,4 Schülern pro Grundschulklasse drittkleinsten Klassen aller 16 Bundesländer vorweisen. Darüber hinaus gibt Hessen einem Gutachten zufolge mit 6000 Euro pro Grundschüler über sieben Prozent mehr aus als der Durchschnitt der Länder. Zudem profitieren die Grundschulen von der Schaffung von über 2.500 Lehrerstellen in der laufenden Legislaturperiode und den massiven Investitionen in Schwerpunkte wie den Ganztagsausbau und die Sprachförderung in ganz besonderem Maße. Ungeachtet dieser entschlossenen Förderung hat das Hessische Kultusministerium mit einem umfangreichen und zielgerichteten Maßnahmenpaket noch einmal eine weitere Vielzahl unterstützender Instrumente auf den Weg gebracht, die zu einer nachhaltigen Entlastung der Grundschulen beitragen und die Entwicklungspotentiale und Bildungschancen der Schüler in den ersten vier Jahren weiter verbessern.

Das Hessische Kultusministerium wird mit Beginn des kommenden Schulhalbjahres an über 1.000 Schulen die Sozialarbeit durch die Einstellung qualifizierter Sozialpädagogen fördern. Im Landeshaushalt 2018/19 werden zu diesem Zweck 54 Millionen Euro für die Schaffung von insgesamt 700 neuen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte zur Verfügung gestellt. Eine kriteriengeleitete Verteilung der Stellen stellt dabei eine bedarfsgerechte und an den besonderen Problemlagen der Schule orientierte Zuweisung sicher. Darüber hinaus können auch weiterhin bis zur Hälfte der freien Lehrerstellen, die über die hundertprozentige Grundunterrichtsversorgung hinausgehen und die gesamten Zuweisungen aus dem Sozialindex für die Einstellung von sozialpädagogischen Kräften verwendet werden. Ungeachtet der originären Zuständigkeit der Kommunen als Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe leistet die Landesregierung mit diesen drei Säulen der sozialpädagogischen Unterstützung folglich einen maßgeblichen Beitrag zur Bildung multiprofessioneller Teams und der Entlastung der Lehrkräfte an den hessischen Schulen.

Die zusätzlichen fachlichen Anforderungen an Schule und Unterricht im Zeichen eines sich wandelnden Bildungs- und Erziehungsauftrages erfordern überdies eine stetige Professionalisierung und nachhaltige Qualitätsentwicklung an den Grundschulen. Nachdem die Landesregierung bereits im Jahr 2014 die Besoldung von insgesamt rund 750 Grundschulleitern angehoben hat, erfährt die verantwortungsvolle Tätigkeit der Führungskräfte durch die Anhebung der Besoldung von 900 Konrektorenstellen im bevorstehenden Doppelhaushalt nunmehr eine weitere deutliche Stärkung. Darüber hinaus werden durch die Verdopplung der Mittel für die Fortbildung und Beratung von Schulleitern hinsichtlich der Steuerung von Schulentwicklungsprozessen sowie die Stärkung der Schulaufsicht, Schulberatung und Schulpsychologie als Reaktion auf neue erzieherische Herausforderungen wichtige Akzente zur Qualitätssteigerung gesetzt. Zur Sicherung eines gleichbleibend hohen Leistungsniveaus und qualitativ hochwertigen Unterrichtes an den Grundschulen wird überdies ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der deutschen Sprache als unerlässlicher Grundlage jeglicher Bildungslaufbahn gelegt. Die Einführung eines Grundwortschatzes und die Ausweitung der Programme „Deutsch & PC“ und „DeutschSommer“ sind dabei ebenso wichtige Instrumente bei der Vermittlung der Schlüsselkompetenzen des Lesens und Schreibens wie die Schwerpunktsetzung auf die Vermittlung eines Grundwortschatzes von Beginn an sowie eine systematisch vermittelte korrekte Orthographie.

Auch im Bereich der Lehrerversorgung hat sich die Hessische Landesregierung mit einem wohldurchdachten Maßnahmenplan einen Vorteil gegenüber den anderen Bundesländern bei der bundesweiten Herausforderung der Rekrutierung von Grundschullehrkräften verschafft. So wird examinierten Gymnasial-, Haupt- und Realschullehrkräften, die bislang aufgrund eines Überangebotes an diesen Schulformen noch kein Einstellungsangebot erhalten haben, eine Weiterqualifizierung zum Unterricht an Grund- und Förderschulen bei verbindlicher Zusage einer Übernahme ermöglicht. Durch die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten für das Lehramt an Grund- und Förderschulen um 50 Prozent, also 315 Plätze, wird überdies in Zusammenarbeit mit den Hochschulen auch langfristig die Deckung des Bedarfs sichergestellt. Während in Nordrhein-Westfalen durch Versäumnisse der Vorgängerregierung 2139 und damit fast 40 Prozent der ausgeschriebenen Lehrerstellen nicht besetzt werden können und an den Grundschulen in Berlin zum Schuljahresbeginn mehr Quereinsteiger als ausgebildete Pädagogen eingestellt worden sind, bleibt Hessen aufgrund seines fundierten Konzeptes und seiner unerreichten Ressourcenausstattung bundesweit führend bei einer Sicherung der Lehrerversorgung unter gleichzeitiger Wahrung hoher Qualitätsstandards.“

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Armin Schwarz

Bildungspolitischer Sprecher

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