• Ungleiche Bezahlung für gleiche Tätigkeit ist diskriminierend und muss beseitigt werden
  • Hessischer Lohnatlas wichtiger Schritt zur Förderung der Entgeltgleichheit
  • Hessisches Gleichberechtigungsgesetz stärkt Frauen in der öffentlichen Verwaltung und leistet wichtigen Beitrag zur konsequenten Frauenförderung in Hessen

Anlässlich des 11. Equal-Pay-Days 2018 erklärte die frauenpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Claudia Ravensburg:

„Unter dem Motto „Transparenz gewinnt“ startete am 9. November 2017 die Equal Pay Day Kampagne 2018. Als wichtigen Schritt zur Förderung der Entgeltgleichheit hat das Land Hessen den Hessischen Lohnatlas initiiert, der bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt und mehr Transparenz in diesem Bereich schafft. Mit der Darstellung der regionalen und branchenbezogenen Unterschiede bietet er eine gute Grundlage für die Diskussion mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt, die für die Entgelte zuständig sind sowie für die weitere Entwicklung von geeigneten Maßnahmen.

Darüber hinaus setzt die Hessische Landesregierung mit dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz, welches im Januar 2016 in Kraft getreten ist, einen Schwerpunkt, damit Gleichberechtigung auch tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt. Schließlich unterbrechen oder reduzieren familienbedingt immer noch häufiger Frauen als Männer ihre Erwerbstätigkeit. Hinzu kommt, dass Frauen vermehrt einen geschlechtstypischen Beruf ausüben, der oftmals gering bezahlt und wenig geschätzt wird. Ferner fehlen in allen Branchen – trotz gleichem oder sogar besserem Ausbildungsniveau – häufig Frauen in gut dotierten Führungspositionen. Mit dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz setzen wir genau dort an und stärken Frauen in der öffentlichen Verwaltung und leisten so einen wichtigen Beitrag zur konsequenten Frauenförderung in Hessen.

Darüber hinaus ist ein wichtiges Signal für die Anerkennung der Gleichberechtigungsansprüche von Frauen in unserem Bundesland, dass die Verfassungsenquete im Rahmen der Reform der hessischen Verfassung die Verankerung des Gleichheitsgrundsatzes von Frauen und Männern analog zum Grundgesetz vorbereitet.

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt nämlich immer noch 21 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt daher eines unserer wichtigsten frauenpolitischen Handlungsziele. Zur Unterstützung von Familien wird ab August 2018 für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt der Kindergarten für sechs Stunden täglich beitragsfrei sein. In Hessen sind wir auch früh angetreten, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern. Dabei war uns von vornherein wichtig, alle relevanten Sozialpartner aus Wirtschaft und Gesundheitswesen zu beteiligen und wir haben die Charta zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf initiiert, die bereits über 130 Unternehmen unterzeichnet haben. Wir werden aber nicht nachlassen, stetig weiter an Verbesserungen zu arbeiten.

Ein weiteres wichtiges Instrument im Hinblick auf gleiche Verwirklichungschancen für Frauen und Männer auf allen beruflichen Ebenen ist in Hessen die Arbeitsgemeinschaft Trialog, die sich mit der Qualifikation von Frauen, Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder dem Wiedereinstieg nach Berufspausen befasst.“

Hintergrundinformationen:

Der Equal-Pay-Day, der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, macht auf die bestehenden Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Im Jahre 2008 wurde der Equal-Pay-Day, der inzwischen in über 20 europäischen Ländern stattfindet, auf Initiative der Business and Professional Women (BPW) Germany erstmals in Deutschland durchgeführt. Er wird nun das 10 Jahr infolge an dem Tag begangen, bis zu dem Frauen statistisch betrachtet über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu gelangen – umgerechnet sind das 77 Tage, die Frauen auch noch im Jahr 2017 umsonst arbeiten. Das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern ist also noch lange nicht erreicht.

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Claudia Ravensburg

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