Als ein „wichtiges Datum in der Entwicklung der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)“ bewertete den heutigen Tag die hochschulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Karin Wolff. „Mit den nun in Kraft getretenen Richtlinien für das neue Promotionsrecht an den HAW halten wir Schritt mit einer sich ständig wandelnden Hochschullandschaft und bislang stets steigenden Studentenzahlen. Auf Grundlage des im vergangenen Jahr überarbeiteten Hochschulgesetzes kann nun zukünftig einer Fachhochschule durch das Wissenschaftsministerium ein befristetes und an Bedingungen geknüpftes Promotionsrecht für solche Fachrichtungen zuerkannt werden, in denen sie eine ausreichende Forschungsstärke nachgewiesen hat. Hessen wird damit einmal mehr seiner Vorreiterrolle in der deutschen Hochschulpolitik gerecht. Wir erkennen damit sowohl die Leistung und Entwicklung der vormaligen Fachhochschulen in der vergangen Zeit an, verbessern jedoch gleichzeitig auch die Rahmenbedingungen für den weiteren Erfolg der HAW: Sie werden damit zudem für ihre Studierenden attraktiver, weil sie eine zusätzliche wissenschaftliche Qualifikation ermöglichen können.“

Eine der Voraussetzungen sei, dass jede Professorin und jeder Professor, der in einer technischen Fachrichtung eine Promotion hauptverantwortlich betreuen oder begutachten wolle, selbst innerhalb von drei Jahren mindestens 300.000 Euro an Drittmitteln eingeworben und sechs Publikationen veröffentlicht haben müsse. Bei nicht-technischen Fächern, also etwa in den Sozialwissenschaften, lägen die Grenzen bei 150.000 Euro und drei durch Experten geprüften Publikationen in drei Jahren. „Eine weitere Voraussetzung für die Zuerkennung des Promotionsrechts an eine HAW ist eine bestimmte Mindestanzahl an forschungsstarken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einer Fachrichtung, um Promovendinnen und Promovenden ein geeignetes wissenschaftliches Umfeld sowie Verlässlichkeit für die Dauer der Promotion zu bieten“, erläuterte Wolff.

„Auch angesichts der in den vergangenen Jahren immer wieder geführten Debatten über die Qualität und Aussagekraft von Promotionen“, so Wolff weiter, „haben wir wie auch die HAW allergrößtes Interesse daran, an die Voraussetzungen für dieses Promotionsrecht höchste Maßstäbe anzulegen. Dies kommt auch darin zum Ausdruck, dass wir die Universitäten mit ins Boot holen und mit ihnen gemeinsam diese Entwicklung begleiten wollen: In jedem Promotionsausschuss müssen Universitätsprofessorinnen oder Universitätsprofessoren vertreten sein. Zudem soll es in jedem einzelnen Promotionsverfahren eine universitäre Begutachtung geben.“ Innerhalb dieses Modells seien auch Verbundlösungen, in denen sich mehrere Hochschulen bzw. verwandte Fachbereiche verschiedener Hochschulen mit dem Ziel gemeinsamer Forschungsaktivitäten zusammenschließen, möglich.

„Auch mit dieser Entscheidung leisten wir einen Beitrag dazu, auch zukünftig als Forschungs- und Wissenschaftsstandort in der Spitzengruppe spielen zu können. Die Verleihung des Promotionsrechtes gilt zunächst jeweils für fünf Jahre und wird nach vier Jahren evaluiert. Ich bin mir jedoch sicher, dass die HAW das in sie gesetzte Vertrauen vollauf rechtfertigen werden“, so Wolff.

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Karin Wolff

Vorsitzende des Hauptausschusses, Sprecherin für Wissenschaft und Kunst, Medienpolitische Sprecherin, Staatsministerin a.D.

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