• Allgemeine Regeln der Grammatik und Orthographie müssen verbindliche Grundlage jeglicher Kommunikation sein
  • Debatten über geschlechtergerechte Sprache können als Ausdruck einer falschen Prioritätensetzung aufgefasst werden

Anlässlich der heutigen Plenardebatte über einen AfD-Antrag zur geschlechtergerechten Sprache erklärte die CDU-Landtagsabgeordnete Sandra Funken:

„Eine klare und verständliche Sprache ist die notwendige Voraussetzung, um sich ausdrücken, informieren und miteinander kommunizieren zu können. Sprachliche Normen wie die allgemein verbindlichen Regeln der Grammatik und Orthographie gewährleisten dabei, dass Texte und Wörter durch den jeweiligen Adressaten sinngleich aufgefasst werden können. Insbesondere bei juristischen und fachlichen Texten, die trotz ihrer komplizierten Sachverhalte allen Bürgern zugänglich sein sollten, ist darauf zu achten, dass geschlechtergerechte Sprache nicht dazu führt, dass einzelne Sätze am Ende mehr Wörter umfassen, als die Gesamtheit der Zehn Gebote.

Zugleich ist Sprache selbstverständlich einem stetigen Wandel unterworfen, der weniger gebräuchliche Ausdrücke mit der Zeit zurückdrängt und sich durch die Schaffung von Neologismen der jeweiligen Zeit anpasst. Die kontinuierliche Veränderung von Sprache darf dabei allerdings nicht dazu führen, dass die reiche Überlieferung von Texten einem ideologischen Bildersturm zum Opfer fällt. Die Erfahrung aus der Geschichte lehrt, dass der Missbrauch von Sprache als Instrument für Ideologien die Menschheit noch nie vorangebracht hat. Es gibt daher viele gute Gründe, dass fundamentale Texte von der Bibel über die Erklärung der Menschenrechte bis hin zu Grundgesetz und Hessischer Landesverfassung in verständlichen Worten und klar strukturierten Sätzen formuliert wurden. Sie zeigen, dass es wichtig ist, in der Sprache das rechte Maß zu finden und Formulierungen zu wählen, die einerseits integrativ wirken und andererseits nicht zu einer Entstellung der Sprache führen. Es ist allerdings entlarvend, dass die AfD augenscheinlich keine dringenderen Probleme im Hessischen Landtag aufzugreifen weiß, als die Frage, ob der ‚Bürgersteig‘ noch ‚Bürgersteig‘ und der ‚Führerschein‘ noch ‚Führerschein‘ heißen darf.“

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