• Opferschutz hat höchste Priorität
  • Gewalt durch stärkere Zusammenarbeit bekämpfen
  • Kultur des Hinschauens fördern

Anlässlich des am 25. November stattfindenden Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen erklärte die frauenpolitische Sprecherin der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Claudia Ravensburg:

„Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll darauf aufmerksam machen, dass wir in unserem Kampf gegen unter anderem die häusliche Gewalt nicht nachlassen dürfen. Da die Opfer oftmals nicht selbst Hilfe suchen, ist es besonders wichtig, auch das Umfeld, also Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn zu sensibilisieren. Neben dem bundesweiten Hilfetelefon unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116016 ist in Hessen ein weiteres Angebot entstanden. Der alltäglichen Gewalt kann demzufolge oft mit kleinen Gesten Einhalt geboten werden. Verschiedene Möglichkeiten dazu soll der EQ-Test ‚#1coolermove‘ auf einer interaktiven Webseite aufzeigen. Diese Aktion ermutigt beteiligte Frauen und Männer, bei Grenzüberschreitungen in ihrem Alltag, für sich und ihre Mitmenschen Position zu beziehen. Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens und wir müssen uns hörbar gegen Gewalt an Frauen stellen, auch um Betroffenen Mut zu machen, sich zu wehren und Hilfe zu suchen.

‚#1coolermove‘ zeigt – bei allem Spaß und Selbstironie des Online-Auftritts - klare Wege auf, wie Gewalt vorgebeugt werden kann, und dass Betroffene gut geschützt werden können. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration unterstützt diese Kampagne mit knapp 11.000 Euro aus dem Hessischen Sozialbudget. Im Bereich von Prävention und Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen unterstützt Hessen des Weiteren die Kommunen mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von jährlich rund 5,4 Millionen Euro aus dem Sozialbudget. Mittels Zielvereinbarungen stehen diese den Gebietskörperschaften für Frauenhäuser, Interventionsstellen, Frauenberatung, Notrufe, Schutzambulanzen und zum Schutz vor Gewalt an Kindern und Jugendlichen zur Verfügung.

Gewalt ist eben auch heute noch ein Tabu für die meisten Opfer und genauso für das Umfeld – für diejenigen, die etwas wissen, sehen oder hören, allerdings sich selber nicht in der Lage fühlen, um einzugreifen. Repräsentativen Studien zufolge erlebt in Deutschland etwa ein Viertel aller Frauen in Paarbeziehungen körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Zu den Risikofaktoren gehören neben Trennung oder Trennabsichten auch Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend. Frauen werden somit keineswegs nur in sozialen Brennpunkten von ihren sozialen Partnern geschlagen, vergewaltigt, beschimpft oder gedemütigt. Studien machen deutlich, dass auch Frauen in mittleren und hohen Bildungs- und Sozialschichten in einem viel höheren Maß Opfer von Gewalt werden, als dies bislang bekannt war. Im Jahr 2015 wurden allein in Deutschland durch ihre Partner oder Ex-Partner etwa 130.000 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, 82 Prozent davon waren Frauen.

Frauen und Mädchen mit Behinderung sind darüber hinaus überdurchschnittlich stark von Gewalt betroffen. Etwa jede zweite Frau mit Behinderung erlebt in ihrem Leben sexualisierte Gewalt, so die Aussage einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2012.

Als CDU stehen wir dafür, dass jede Form von Gewalt gegen Frauen oder Diskriminierung bekämpft werden muss. Hierbei geht es um den Kampf gegen Menschenhandel, Zwangsverheiratung, Zwangsprostitution, Genitalverstümmelung, Vergewaltigung, Stalking oder häusliche Gewalt. Wir stellen uns mit einem klaren ‚Nein‘ zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen.“

Hintergrund:

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird seit 1981 begangen. Er geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter ermordet wurden.

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