Anlässlich von Ausarbeitungen Londoner Forensiker zum Mord an Halit Yozgat und den Forderungen der Linken, diese im Untersuchungsausschuss zu thematisieren äußert sich der CDU-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss, Holger Bellino, wie folgt:

„In diesen Tagen jährt sich zum 11. Mal der Todestag von Halit Yozgat. Anstatt inne zu halten und in Gedanken bei den Hinterbliebenen zu sein, missbrauchen die Linkspopulisten seinen Todestag, um mit einer weiteren Verschwörungstheorie falsche Erwartungen in der Bevölkerung und vor allem bei den Hinterbliebenen der Opfer zu wecken. Die Linken haben in den drei Jahren und über 50 Sitzungen, in denen der Ausschuss tagt, immer noch nicht verstanden, dass die Ausschussmitglieder nicht die besseren Ermittler sind. Wäre dieses Gutachten in irgendeiner Weise relevant, dann müsste sich die Generalbundesanwaltschaft dafür interessieren. Wenn dort kein Interesse besteht, liegt es vermutlich daran, dass bezweifelt werden kann, ob ein Gutachten, das von einem ‚NSU-Tribunal‘ finanziert wird und über keine offiziellen Ermittlungsergebnisse verfügt, objektiv erstellt sein kann. Vor allem aber geht das Gutachten scheinbar von zweifelhaften Grundvoraussetzungen aus. Kommt es zu dem Schluss, dass Temme die Schüsse gehört oder gerochen haben will, setzt dies zwangsweise voraus, dass er am Tatort war, als die tödlichen Schüsse gefallen sind. Dies ist jedoch nicht erwiesen. Auch scheint das ‚Gutachten‘ nicht zu erörtern, weshalb andere Zeugen, die – im Gegensatz zu Temme – nachweislich am Tatort waren, die Schüsse als solche nicht wahrgenommen haben. Zudem hat ein Zeuge das Opfer sogar gesucht und nicht gefunden, obwohl feststeht, dass Halit Yozgat zu dem Zeitpunkt bereits ermordet unter dem Empfangstresen seines Internetcafés lag. Und selbst wenn Temme die Schüsse wahrgenommen hat, wirft dies zwar ein noch schlechteres Bild auf ihn, es wäre aber kein Hinweis für eine Tatbeteiligung. Temmes Umfeld wurde in 2006 und nach dem Aufdecken des NSU nochmals in 2011 durch die Generalbundesanwaltschaft überprüft. Es blieb bei der Einstellung des Verfahrens, da keinerlei Anhaltspunkte für eine Verbindung zwischen Temme und dem NSU gegeben sind. Für uns ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, wie dieses ‚Gutachten‘ die Ausschussarbeit voran treiben könnte. Dies muss ggf. zu einem späteren Zeitpunkt bewertet werden. Was Temme am Tatort wahrgenommen hat, weiß nur er selbst. Wir erwarten von ihm, dass er sich hierzu vor dem Ausschuss äußert und werden auch nochmals dezidiert nachfragen. Wir hoffen sehr, dass das von den Linken eingeleitete Strafverfahren gegen Temme wegen Falschaussage im Endeffekt nicht dazu führt, dass Temme im Untersuchungsausschuss die weitere Aussage verweigert. Dann hätten die Linkspopulisten der Ausschussarbeit einen Bärendienst erwiesen.“

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Holger Bellino

Parlamentarischer Geschäftsführer und Obmann im UNA 19/2

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