• Abbau von 150 Teilstudienplätzen an der Philipps-Universität Marburg beendet für Studierende unbefriedigende Situation
  • Kooperation von Marburg und Fulda bietet weitere Anknüpfungspunkte für eine bessere ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute Pläne vorgestellt, mit denen die Landesregierung sog. Teilstudienplätze im Medizinstudium in Vollstudienplätze umwandeln will. Bei einem Teilstudienplatz ist die Zulassung nur auf den vorklinischen Studienabschnitt beschränkt, sodass die Fortsetzung des Studiums im klinischen Abschnitt nicht sicher ist. Dazu erklärte der zuständige Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Ralf-Norbert Bartelt:

„Die Umwandlung der in Hessen noch bestehenden Teil- in Vollstudienplätze ist eine gute Nachricht für den Hochschulstandort und die ärztliche Ausbildung an den Universitäten. Bislang war diese Situation mit erheblicher Unsicherheit verbunden, denn die jungen Studierenden mussten sich nach einem erfolgreichen Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (früher „Physikum“) bundesweit auf die Suche nach einer Möglichkeit zur Fortsetzung ihres Studiums begeben. Gerade mit Blick auf die erheblichen Anforderungen des Medizinstudiums war diese Situation unbefriedigend.

Ich begrüße daher ausdrücklich, dass es in Gespräch gelungen ist, durch eine Ausweitung und Vertiefung der Kooperation zwischen der Philipps-Universität Marburg, dem Klinikum Fulda sowie der Hochschule Fulda die Zahl der Teilstudienplätze in Marburg schrittweise abbauen zu können. So sollen im kommenden Wintersemester in einer Pilotphase 40 Studierenden, die ihr Medizinstudium mit einem Teilstudienplatz begonnen haben, der Übergang in das klinische Studium in Marburg ermöglicht werden. Im Wintersemester 2019/2020 sollen es schon 80 klinische Studienplätze sein, im Wintersemester 2020/2021 dann 185. Das ist eine enorme Verbesserung.

Wir haben bereits seit 2011 mit Hilfe des Hessischen Gesundheitspaktes verschiedene Initiativen zur Stärkung der hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung, besonders im ländlichen Raum, gestartet. Hierzu gehören unter anderem finanzielle Anreize für Medizin-Studierende, sich für ein Studium der Allgemeinmedizin zu entscheiden sowie finanzielle Unterstützung, sich im ländlichen Raum als Landarzt niederzulassen.

Hessen war Vorreiter für die seit dem 1. Juli 2017 gestartete deutschlandweite Einführung von Kompetenzzentren. Damit aber nicht genug. Wir gehen erneut voran, indem das bundesweite Standardangebot ab 2018 um vier hessische Zusatzleistungen ergänzt wird. Auf diese Weise soll der Ärztenachwuchs noch besser als bisher auf die spätere hausärztliche Tätigkeit vorbereitet und für die Übernahme einer Landarztpraxis motiviert werden. Damit gibt es für den hessischen Ärztenachwuchs eine äußerst attraktive Weiterbildung und mehr Unterstützung als in anderen Bundesländern.

Mit der Entscheidung, gerade in einem Verbund von Marburg und Fulda die Teilstudienplätze in der ärztlichen Ausbildung abzubauen, leisten wir ebenfalls einen Beitrag dazu, Anknüpfungspunkte für eine verbesserte ärztliche Versorgung in Mittel- und Osthessen zu schaffen.“

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Dr. Ralf-Norbert Bartelt

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sozialpolitischer Sprecher; MdL

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