Die heutige Zustimmung der Fluglärmkommission zum Probebetrieb für ein Lärmpausenmodell bringe „spürbare Erleichterungen für die Menschen in der Region rund um den Flughafen“, begrüßte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg, die Entscheidung. „Nach monatelangen, umfangreichen Vorarbeiten durch das Verkehrsministerium und die Fluglärmkommission wird nun für mehrere zehntausend Menschen eine greifbare, zeitnahe Aussicht auf eine Verringerung der Fluglärmbelastung eröffnet. Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages. Gleichzeitig geht von der Entscheidung das klare Signal aus. Im Interesse der Menschen in der Region werden die Beteiligten weiterhin alles technisch Mögliche und ökonomisch Vertretbare tun, um für eine Fluglärmreduzierung zu sorgen.“

Das nun zum Probebetrieb in der am Flughafen weit überwiegenden Westrichtung bestimmte Modell 4 sieht vor, in der Nachtrandstunde von 22 bis 23 Uhr lediglich die Südbahn für die Landeanflüge aus Richtung Osten vorzusehen. „Dies entlastet insbesondere viele Menschen in Offenbach und im Frankfurter Süden. Im Ergebnis können vor allem im Nahbereich über 40.000 Anwohner von einer zusätzlichen Stunde Nachtruhe profitieren.“ Das abends zusätzlich belastete Neu-Isenburg profitiere dann von der Schließung der Südbahn zwischen 5 und 6 Uhr. Für den Ostbetrieb sei noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden. „In jedem Fall wird klar: Die Lärmpausen sind kein ‚Nullsummenspiel‘ oder ein ‚Placebo‘, wie Kritiker behaupten, sondern entlasten mehr Menschen, als dass sie zu neuen Belastungen führen“, erläuterte Boddenberg.

Die Fluglärmkommission habe bei ihren Beratungen angesichts der schwierigen Abwägungen vor erheblichen Herausforderungen gestanden. Boddenberg weiter: „Die begleitenden Diskussionen und unabhängigen Berechnungen haben den Blick auf die Vorzüge der einzelnen Modelle für bestimmte Regionen nochmals geschärft und die Annahmen des Verkehrsministeriums im Kern bestätigt. Wir danken allen Mitgliedern, dass sie sich diesen Herausforderungen im Interesse der Anwohner rund um den Flughafen gestellt haben und zu einer Entscheidung gekommen sind. Sie ist eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit an der Verringerung des Fluglärms, insbesondere für die im Westen des Flughafens befindlichen Städte und Gemeinden. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hierzu sowie zur zeitnahen Umsetzung des Modells weitere Gespräche mit den Beteiligten angekündigt hat.“

„Wir werden begleitend auch bei unseren Anstrengungen zur konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Maßnahmenpaketes der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ nicht nachlassen. Im September 2014 wurde das satellitengestützten Präzisionsanflugsystem ‚Ground Based Augmentation System‘ (GBAS) in Betrieb genommen, mit dem – je nach Verkehrslage – auch noch wenige Kilometer von der Landung bewohnte Gebiete umflogen werden können. Nun sind die in Frankfurt operierenden Fluggesellschaften am Zug, ihre Flotten mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Nur dann kann GBAS breit genutzt werden“, erklärte Boddenberg.

Auch die Ausrüstung der Airbus A 320-Flotte der Lufthansa mit Wirbelgeneratoren sei angelaufen. „Mit dieser simplen Maßnahme kann in weiterer Entfernung des Flughafens nach ersten Messungen eine Reduktion von 4 dB(A) erreicht werden. In unmittelbarer Nähe sind es immerhin noch 1,7 dB(A). Auf diese Weise werden zukünftig rund die Hälfte der Landungen der Lufthansa AG am Flughafen Frankfurt leiser sein als zuvor.“ Das Verkehrsministerium habe die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte weiterentwickelt und zu Jahresbeginn um durchschnittlich 3,2 Prozent angehoben. Für besonders laute Maschinen stiegen die Entgelte sogar um acht Prozent.

„Der gesamte Erarbeitungsprozess und das Zusammenwirken mit der Fluglärmkommission machen erneut deutlich, dass die Koalition von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch bei schwierigen Fragen äußerst verlässlich auf Grundlage des Koalitionsvertrages zusammenarbeitet. Der Flughafen Frankfurt ist die größte Arbeitsstätte in Deutschland und ein Jobmotor, der berufliche Perspektiven für Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen eröffnet. Sein Ausbau bietet bei allen Herausforderungen große Chancen für ein exportorientiertes Land wie Hessen und das Rhein-Main-Gebiet. Diese Chancen müssen wir umsichtig nutzen“, erklärte Boddenberg.

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Michael Boddenberg

Fraktionsvorsitzender, Staatsminister für Bundesangelegenheiten a.D.

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