Zum Abschluss der dreitätigen, von der CDU-initiierten Anhörung zeigten sich der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Boddenberg, und die umweltpolitische Sprecherin, Elisabeth Apel, zufrieden mit dem Ablauf und den zahlreichen inhaltlichen Impulsen der Experten. Es habe sich gezeigt, dass nicht ideologisch motivierte Energieträumereien, sondern die „nüchterne und sachliche Analyse“ der Potenziale erneuerbarer Energien unter Berücksichtigung der Realisierbarkeit erforderlich seien, wenn die zur Veränderung notwendige Akzeptanz bei den Verbrauchern erreicht werden wolle, sagten Boddenberg und Apel.

„Alle Gutachter haben dem Landtag bestätigt, dass ein Anteil der erneuerbaren Energie von 40 Prozent an der Energieversorgung bis 2020 für Hessen ein äußert ambitioniertes Ziel ist." Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang die Aussage von Professor Schmid vom Institut für solare Energieversorgungstechniken Kassel (ISET), der in Anbetracht der zu erwartenden Kosten prinzipiell von einer Gesamtversorgung Hessens mit erneuerbaren Energien abriet: „….das wäre unbezahlbar teuer“.
Übereinstimmend hätten die Experten auf die Bedeutung der Energieeinsparung für eine zukunftsfähige Energie- und Klimapolitik verwiesen. Hier sei die Europäische Union (EU) gefordert, die technischen Möglichkeiten zu fördern. „Für die Verbraucher und die Wirtschaft stehen Information und Transparenz an erster Stelle“, so Apel.
Zum Nachdenken regte die Frage von Prof. Jannicka, Universität Darmstadt an, weshalb mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zunächst Kohle als Energieträger ersetzt werde, was ein unmittelbarer Nutzen zur CO2-Reduktion darstelle. Die CDU-Fraktion plane eine „intensive Beratung“ der Ergebnisse der Anhörung. „Die größten Potenziale bestehen sicherlich in der Weiterentwicklung und Modernisierung der Technologien in den Bereichen Biomasse, Solar und Windenergie“, betonte Boddenberg. In diesem Zusammenhang sei auch die Anregung zum Aufbau einer europaweiten Versorgungsnetzstruktur mit geringen Leitungsverlusten zu prüfen. Damit können die Standortpotentiale erneuerbarer Energien in den unterschiedlichen Regionen Europas effizient genutzt werden.
„Unser Ziel ist, gangbare und volkswirtschaftlich vertretbare Wege zu finden, wie unter der Prämisse einer sicheren, preiswerten und umweltverträglichen Energieversorgung ein möglichst hoher Anteil erneuerbarer Energien an der Endversorgung bis zum Jahr 2020 erreicht werden kann“, erläuterten die beiden CDU-Politiker. Gleichzeitig müsse man die Bezahlbarkeit von Strom und Wärme im Auge behalten.
 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag