„Die Debatte über den zukünftigen Energiemix muss offen und ideologiefrei geführt werden. Es kann nicht sein, dass dieses Thema Spielwiese für grüne Selbstverwirklichungs-Prozesse ist“, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Michael Boddenberg.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Michael Boddenberg und Roger Lenhart sprachen sich heute im Plenum für eine offene Debatte über die zukünftige Energieversorgung aus. Ausdrücklich wiesen die beiden CDU-Politiker darauf hin, dass Kernkraft auch im zukünftigen Energiemix einen festen Anteil ausmachen werde. „Es ist kaum zu verantworten, hierzulande Kernkraftwerke auf dem weltweit höchsten Sicherheitsniveau abzuschalten und mangels echter Alternativen auf Stromimporte aus dem Ausland auszuweichen.“ Wohin solche Abhängigkeiten führen können, sei bei dem russischen Gas-Streit mehr als deutlich geworden.

Auch im Hinblick auf den Ausstoß von Treibhausgasen sei das rot-grüne Ausstiegsszenario „höchst bedenklich", da bis zum Jahr 2015 zusätzliche CO2-Emissionen von bis zu 18 Millionen Tonnen pro Jahr erfolgten. „Damit sind die Klimaschutzziele keinesfalls zu erreichen“, stellte Boddenberg fest.
Angesichts ständig steigender Energiepreise und der aktuellen Diskussion um die Versorgungssicherheit müssten sämtliche Energieträger berücksichtigt werden, um sich ökonomisch und ökologisch ausgewogen zu ergänzen. „Ein Energiemix, der Kernenergie integriert, wirkt dämpfend auf die Strompreise und garantiert kostengünstigen Strom, das ganze Jahr, rund um die Uhr“, argumentierte Boddenberg.
Lenhart rief dem Plenum ins Gedächtnis, dass die in Hessen verbrauchte Strommenge zu 60 Prozent aus dem Kernkraftwerk Biblis stamme. Um diesen Bedarf infolge des vorzeitigen Atomausstiegs auf regenerativer Grundlage decken zu können, müssten die erneuerbaren Energien in Hessen kurzfristig verzehnfacht werden. „Dies stellt in keinem Fall eine realistische und ernstzunehmende Alternative dar“, so Lenhart. „Es kann nicht sein, dass in einem weltweit einzigartigen Alleingang kerntechnische Anlagen auf weltweit anerkannt hohem Sicherheitsstandard vorzeitig außer Betrieb genommen werden, ohne dass die entstehende Versorgungslücke unter Wahrung der Klimaschutzziele auch nur ansatzweise gedeckt werden kann. Zumal der Biblis-Betreiber am Standort seit 1999 rund eine Milliarde in die sicherheitstechnische Optimierung gesteckt hat.“ Das Werk sei damit sicherheitstechnisch in der Spitzengruppe.
Die beiden CDU-Politiker erklärten, dass den erneuerbaren Energien vor allem auf Basis nachwachsender Rohstoffe eine steigende Bedeutung zukomme. Dennoch seien die Potentiale sachgerecht einzuschätzen. Die Energieforschung sei darüber hinaus zu intensivieren, nicht zuletzt auch, um das hohe deutsche Niveau zu halten und den internationalen Anschluss nicht zu verlieren. Die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken könne für die Dauer der Forschungsarbeiten eine mögliche Versorgungslücke verhindern.
„Mangels kurzfristiger realistischer Alternativen wird die Kernkraft daher ein unverzichtbarer Bestandteil eines ökologisch und ökonomisch vernünftigen Energiemix sein“, so das Fazit der beiden CDU-Abgeordneten.
 

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