Als „Zeichen anhaltender Führungsschwäche“ hat Hessens CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, die „wieder einmal entfachte“ innerparteiliche Debatte in der SPD um den Flughafen­ausbau gewertet. Gestern hatten 42 SPD-Ortsvereine aus dem Rhein-Main-Gebiet SPD-Landtagsfraktionschef Walter wegen seiner Haltung zum Flughafenausbau kritisiert. Walters Äußerung, wonach die SPD im Gegensatz zu den Grünen eindeutig zum Flughafenausbau stehe und diesen gegebenenfalls in einer Koalition mit der FDP durchsetzen wolle, entspreche weder der aktuellen Beschlusslage, noch gebe diese Position „führender Genossen“ zu dieser Behauptung Anlass, so die Kritiker.

„Wie lange will sich Herr Walter eigentlich noch von den eigenen Parteifreunden auf der Nase herumtanzen lassen?", fragte Boddenberg am Mittwoch. „Alle naselang wettert eine Truppe von Uneinsichtigen in der SPD gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens, während Walter im Landtag etwas anderes verkündet.“ Es wäre an der Zeit, so Boddenberg, dass Walter seine Parteifreunde zur Vernunft bringt. Das Doppel­spiel der SPD, in der Region anderes zu erzählen als im Landtag, müsse beendet werden. Bemerkenswert sei das „auffallend laute Schweigen“ der SPD-Landesvorsit­zenden Ypsilanti. „Hier scheint sich der nächste Konflikt anzubahnen“, vermutet Boddenberg.
Die Haltung der CDU hingegen sei klar: „Wir wollen den Flughafenausbau. Er bringt über 40.000 Arbeitsplätze und ist ein Wachstumsgarant für Frankfurt, Rhein-Main und Hessen.“ Der Ausbau sei verbunden mit der Einführung eines Nachtflugverbotes. „Daran gibt es nicht zu rütteln“, versicherte Boddenberg. „Andersherum gilt aber auch: Wer den Ausbau verhindert, verhindert auch ein Nachtflugverbot. Beides gehört zusammen.“

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