• Breite Bürgerbeteiligung Voraussetzung für den Netzausbau
  • SuedLink entlastet auch das hessische Netz und trägt zur Versorgungssicherheit im Rhein-Main-Gebiet bei
  • Thüringer Linksregierung handelt nicht solidarisch, sondern nach dem Sankt-Florians-Prinzip

Die Frage der Erforderlichkeit von neuen Stromtrassen wie „SuedLink“ und der Entwicklung einer dezentralen Energieerzeugung waren heute Gegenstand der Debatte im Hessischen Landtag. Kürzlich hatte Thüringen den Versuch unternommen, durch ein Gesetz den Bau von SuedLink auf einer vom Netzbetreiber favorisierten Strecke durch das Bundesland erheblich zu erschweren. Dazu erklärte der energiepolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Dirk Landau:

„Der Planungsprozess für die neuen Stromtrassen muss ohne jeden Zweifel sicherstellen, dass die Bedenken der Bürger einbezogen werden. Dies ist auch im Bundesfachplanungsverfahren festgelegt, das vor dem Planfeststellungsverfahren durchzuführen ist. Es muss auch gewährleistet sein, dass jeweils die aktuellste Technik bedarfsgerecht eingesetzt wird, etwa bei der Erdverkabelung. Letztlich wird man in jedem Fall dort bauen, wo die geringsten Belastungen für Mensch und Natur zu erwarten sind. Im Detail gilt es, offen, stetig und transparent mit den Menschen vor Ort die konkrete Ausgestaltung des Trassenverlaufes zu diskutieren, festzulegen und für Akzeptanz für diese notwendige Maßnahme zu werben.

In Hessen fordert die FDP nun, den Verlauf der SuedLink-Trasse durch dieses Land zu verhindern. Diese Forderung folgt genauso dem Sankt-Florians-Prinzip wie die Thüringer Linksregierung. Wir setzen uns hingegen für eine fachlich fundierte und unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit getroffene Entscheidung. Offenkundig steckt Thüringen jedoch den Kopf in den Sand und will nicht sehen, dass die Bedingungen dort zu großen Teilen besser sind als in Hessen.

Eine dezentrale Energieerzeugung ist kein Widerspruch zum notwendigen Ausbau des Stromnetzes und zu neuen Stromtrassen. Gerade für die Ballungsräume in Deutschland ist eine nur aus der jeweiligen Region stammende Energieversorgung eine Illusion. Auch im ländlichen Raum sind nicht überall die Bedingungen für eine rein rechnerische Abdeckung des Energiebedarfs mit Erneuerbaren Energien gegeben. Neben der Frage der Speicherung nicht abgenommener Leistung stellt sich daher zwangsläufig die Frage des Netzausbaus, wenn Nachfragespitzen abgedeckt oder Leistungsspitzen abtransportiert werden müssen. Hier einen Gegensatz zu konstruieren, gefährdet letztlich die Versorgungssicherheit.

Dabei geht es nicht allein um den Transport von im Norden erzeugter Windenergie nach Bayern, wo bis 2022 rund 5 Gigawatt Erzeugungskapazität wegfallen. Die durch den Betrieb der neuen Gleichstromtrasse freiwerdenden Kapazitäten im hessischen Energienetz können zudem für den Transport des regional erzeugten Ökostroms genutzt werden. Schließlich wird durch SuedLink das umliegende Drehstromnetz gerade auch in Hessen entlastet und damit für mehr Versorgungssicherheit im gesamten Rhein-Main-Gebiet Sorge getragen. Auch die Europäische Union sieht in SuedLink ein wichtiges Projekt für die gesamte Netzstruktur in Deutschland und Europa. Eine lediglich „regional“ organisierte Energiewende wird angesichts der unterschiedlichen Verbrauchs- und Erzeugungslasten zwangsläufig scheitern. Das ist energiepolitisches Kirchturmdenken!

Es kann nicht darum gehen, die schnellste Lösung zu haben, sondern die Beste. Und daran arbeiten wir. Wir haben auch in Zukunft Sorge dafür zu tragen, dass Bedarfe und Bedarfsumsetzung sorgfältig geprüft sind und mit größtmöglicher Akzeptanz gedeckt werden. Ohne die Überzeugung, dass zur Schonung der Menschen und der Natur alles getan wurde, unabhängig von dem jeweils betroffenen Bundesland, wird es auch keine Akzeptanz geben.“

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