Die Überlegungen für eine neue Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim waren Gegenstand der Plenardebatte am heutigen Mittwoch. Zwischen 1915 und 1945 bestand, vorrangig für den Eisenbahnverkehr, mit der Hindenburgbrücke eine solche feste Verbindung. Seit Ende der 1950er Jahre wird über deren Neuerrichtung als Brücke für den Autoverkehr diskutiert, um die beiderseits des Rheins gelegenen Regionen besser zu vernetzen und die Brücken zwischen Main und Wiesbaden zu entlasten. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ulrich Caspar, erklärte dazu:

„Straßen und Brücken bilden das Rückgrat unserer Infrastruktur. Gerade im Rhein-Main-Gebiet reichen wirtschaftliche und persönliche Kontakte häufig über Main und Rhein hinweg. Das zeigt allein die Tatsache, dass jeden Tag zahlreiche Arbeitnehmer aus Rheinland-Pfalz nach Hessen ein- und umgekehrt  Arbeitnehmer aus Hessen nach Rheinland-Pfalz auspendeln. Auf einer Flusslänge von rund 85 km zwischen Mainz und Koblenz existiert derzeit jedoch keine dauerhafte Überquerungsmöglichkeit für Pkw, Fahrrad- und Fußgängerverkehr. Wie die seit den 1950er Jahren andauernde Diskussion zeigt, ist eine neuerliche Verbindung an dieser Stelle daher im Interesse der Menschen und der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region mehr als überfällig, wenn es die beiden Landkreise wünschen. Auch für Auszubildende würden durch die Erreichbarkeit der anderen Rheinseite zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden.

Die völlige Sperrung und später stark eingeschränkte Nutzbarkeit der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden im Jahr 2015 haben sich seinerzeit verheerend auf die Verkehrssituation im Rhein-Main-Gebiet ausgewirkt. Die Herstellung einer regionalen Rheinquerung wäre eine mögliche Lösung zur Verbesserung der verkehrlichen Situation in der Mittelrheinregion und für eine bessere Vernetzung der beiden Rheinseiten. Dies gilt gerade auch mit Blick auf den Einfluss wiederkehrender Hoch- und Niedrigwasserlagen auf die Abwicklung des Fährverkehrs.

In vielen Umfragen in der Vergangenheit hat sich eine Mehrheit der Befragten in der Region für das Projekt ausgesprochen. Diese breite Unterstützung der Bevölkerung ist für das Projekt eine notwendige Grundlage. Daher begrüßen wir es ausdrücklich, dass der Koalitionsvertrag in Rheinland-Pfalz vorsieht, eine Machbarkeitsstudie für eine Brücke zwischen Rüdesheim und Bingen in Auftrag zu geben, falls die betroffenen Landkreise dieses Vorhaben unterstützen und sich finanziell beteiligen.

Der Rheingau-Taunus-Kreis hat sich hierzu schon bereit erklärt. Damit hat Hessen geliefert. Nun ist der Kreistag Mainz-Bingen aufgefordert, seine im Mai 2016 unter Beteiligung der SPD getroffene, ablehnende Entscheidung wieder rückgängig zu machen. Eine engagierte Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren konnte nach eigenen Angaben bereits über 10.000 Unterschriften sammeln. Kommt es zu einem erfolgreichen Bürgerbegehren, wird der Weg für eine neue Machbarkeitsstudie frei, die einen ersten Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung einer Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim darstellen könnte.“

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Ulrich Caspar MdL

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