Die weinbaupolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Petra Müller-Klepper, hat den Verordnungsvorschlag für eine Reform der Weinmarktordnung, den die EU-Kommission heute vorgelegt hat, kritisiert und grundlegende Korrekturen gefordert. "Wir lehnen eine Reform in dieser Ausgestaltung mit einem Verbot der Mostanreicherung durch Zucker und der Einführung einer Rodungsprämie ab. Sie benachteiligt die deutschen und hessischen Winzer, beeinträchtigt ihre Konkurrenzfähigkeit, höhlt die Weinkultur aus und fördert die Einfuhr von Weinen aus Drittländern", erklärte Müller-Klepper heute in Wiesbaden. Die CDU-Fraktion werde sich in Übereinstimmung mit den Winzern im Rheingau und an der Bergstraße sowie der Hessischen Landesregierung mit Nachdruck einsetzen, um diese falsche Weichenstellung zu verhindern.

Das Saccharoseverbot müsse mit allen
Mitteln verhindert werden. Die Mostanreicherung durch Zucker gehöre zur
traditionellen Weinerzeugung in Deutschland und den hessischen Weinbaugebieten
Rheingau und Bergstraße. "Dieses Weinbereitungsverfahren ist ein Stück deutscher
Weinkultur. Denn es gibt immer noch unterschiedliche Standort-, Klima- und
Witterungsbedingungen, die diese Maßnahme nach wie vor erforderlich machen", so
Müller-Klepper. Die CDU-Fraktion stehe mit dieser Einschätzung nicht allein da.
Auch das EU-Parlament habe sich für die Beibehaltung der Saccharoseanreicherung
ausgesprochen.

Ablehnung finde auch das geplante
Rodungsprogramm. Zwar werde nun die Möglichkeit eröffnet, aus ökologischen
Gründen bestimmte Lagen wie die Steilhänge aus dem Rodungsprogramm
herauszunehmen. Dennoch sei die Einführung einer Rodungsprämie kontraproduktiv.
Das Geld könne sinnvoller für Strukturmaßnahmen verwendet werden. "Ein klares
‚Ja' sagen wir zu der geplanten Abschaffung der Beihilfen zur Destillation und
der öffentlichen Lagerhaltung", erläuterte die Abgeordnete. "Hierfür wurden im
vergangenen Jahr 506 Millionen Euro aufgewendet", so die CDU-Politikerin
abschließend.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag