"Wir werden uns umgehend an die Umsetzung der angeregten Handlungsempfehlungen des Abschlussberichtes der Enquetekommission machen", hat der Vorsitzende der Enquetekommission, Dr. Rolf Müller, erklärt. "Der Demographische Wandel ist vom Rand- und Exotenthema in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Diese breitere Öffentlichkeit ist enorm hilfreich für die Arbeit, um adäquat auf die demographische Entwicklung, d.h. auf Geburtenrückgänge und damit einhergehende Überalterung der Gesellschaft reagieren zu können", sagte der CDU-Politiker anlässlich der Einbringung des Abschlussberichts der Enquetekommission Demographischer Wandel in den Hessischen Landtag.

Unter dem Untertitel "Herausforderungen an die Landespolitik" habe man auf knapp 170 Seiten Analysen und Handlungsempfehlungen an die Politik und weitere gesellschaftlich engagierte Gruppen erarbeitet. "Es gilt nun seitens des Landes, der Kommunen und weiterer gesellschaftlicher Gruppen und Leistungsträger die Erkenntnisse und Analysen des Abschlussberichtes zu verinnerlichen und sich nun an die Umsetzung der angeregten Handlungsempfehlungen zu machen", so Peter Beuth, Obmann der CDU-Landtagsfraktion. "Denn mit der Vorlage des Berichts beginne nun die eigentliche Arbeit, um die nicht aufzuhaltende demographische Entwicklung in positive Bahnen zu lenken."

Zu Beginn des Berichts stünde die Erkenntnis, dass wir in Hessen "weniger, älter und bunter“ würden. In Hessen werde es jedoch keine einheitliche Bevölkerungsentwicklung geben. In Teilen Nordhessens werde die Einwohnerzahl bis 2020 teilweise drastisch sinken, hiervon profitierten wiederum die städtischen Ballungszentren wie das Rhein-Main-Gebiet, das zu den Zuwachsgewinnern zählen werde. "Dennoch sprechen wir nicht von einem Horrorszenario. Sowohl das Altern als auch die Wanderungsbewegungen stellen große Herausforderungen an die Politik und die Gesellschaft dar, die man aber mit geeigneten Maßnahmen zum Beispiel im Infrastrukturbereich abmildern und sogar als Chance für die jeweilige Region nutzen kann", erklärten die CDU-Politiker.
Es gebe zwei entscheidende Faktoren, den Bevölkerungsrückgang abzumildern. Dies sei zum einen eine Steigerung der Geburtenrate als auch eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. "Aus diesem Grund setzen wir auf den Ausbau der Kinderbetreuung, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zwar auch für die Männer sowie die Steigerung der Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts", so Beuth. "Daneben haben wir eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen erarbeitet, die unter anderem konkrete Maßnahmen in den einzelnen Kapiteln Wohnen und Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt und Kommunale Infrastruktur, Arbeit und Bildung, Jugend und Senioren, Bürgerschaftliches Engagement und Geburtenrate und Migration beinhalten."

Vor vier Jahren habe sich die Enquetekommission als erste parlamentarische Einrichtung diesem Themenkomplex angenommen. Nun, nach 37 Sitzungen, 9 ganztägigen Anhörungen und ungezählten weiteren Arbeitsstunden in den vergangenen Jahren sei die Kommission "durchaus stolz" auf das vorgelegte Werk. "Es ist vollbracht. Wir konnten einen runden Bericht vorlegen, der aus unserer Sicht eine gute Grundlage ist, um das Thema anzupacken", so Müller. Er hoffe, mit dem Bericht auch der interessierten Bevölkerung sowie den Kollegen einen guten Überblick bieten zu können, sagte der CDU-Politiker abschließend.

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