• Weniger Verkehrstote, aber mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahr
  • Überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit Hauptursache schwerer Unfälle
  • Mit Videostreifen, Informationskampagne gegen Rettungsgassensünder

Zur heute vom hessischen Innenminister Peter Beuth vorgestellten Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2017 erklärte der innenpolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Alexander Bauer:

„Eine überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit gehört weiterhin zu den Hauptursachen von Verkehrsunfällen. Gerade bei Zusammenstößen mit schlimmen Folgen, Schwerverletzten und Getöteten, spielt zu hohes Tempo oft eine entscheidende Rolle. Häufig passieren Unfälle auch nach Fehlern beim Abbiegen, beim Wenden und bei Wildunfällen. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im letzten Jahr im Vergleich zu 2016 um 6,3 Prozent auf 150.014 gestiegen. Auf hessischen Straßen sind dabei 213 Menschen ums Leben gekommen. Damit liegen die Zahlen der Verunglückten und Schwerstverletzten auf einem historischen Tiefstand.

Das Thema Rettungsgasse hat weiter eine hohe Aktualität. Im Rahmen einer umfangreichen Kampagne des hessischen Innenministeriums wird bereits seit 2015 mit Brückenbannern auf hessischen Autobahnen und hessenweit mit insgesamt rund 350.000 Flyern, Plakaten in Behörden und Institutionen darüber aufgeklärt, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist. Diese Kampagne wird ausgeweitet, um die Rettungsgasse immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Wir können nicht hinnehmen, dass Rettungsgassen bewusst blockiert, Rettungswege versperrt und damit im schlimmsten Fall Menschen zu Tode kommen, weil Retter nicht rechtzeitig eintreffen. Seit November 2017 werden im Rahmen eines bundesweit einmaligen Pilotverfahrens zunächst zwölf „Videostreifen“ eingesetzt, die mittels hochauflösender Front- und Heckkameras Rettungsgassenblockierer auf dem Weg zur Unfallstelle beweissicher aufzeichnen können.

Auch im Bereich der Geschwindigkeitsverstöße halten unsere Sicherheitsbehörden den Kontrolldruck aufrecht. Unter anderem an Unfallschwerpunkten werden polizeiliche Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Zu diesem Zweck werden 2018 alle Polizeipräsidien mit sogenannten Geschwindigkeitsmessanhängern ausgestattet, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben. Diese sind auch dort einsetzbar, wo keine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung möglich ist, wie beispielsweise auf Landstraßen oder in Baustellen.

Insgesamt ist Hessen ein verkehrssicheres Land. Dennoch: Jeder Verkehrstote und Unfallverletzte ist einer zu viel. Verkehrssicherheit ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die Verantwortung des einzelnen Verkehrsteilnehmers steht dabei im Mittelpunkt. Zur Verkehrssicherheit tragen aber auch die in den letzten Jahren weiter stark verbesserte aktive und passive Fahrzeugsicherheit bei, ebenso wie Maßnahmen des Straßenbaus, die Arbeit der Polizei und nicht zuletzt ein effektiver Rettungsdienst, um für den Fall eines Unfalls dessen Folgen abzumildern.

Mein Dank gilt daher der Polizei, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten, die auch im vergangenen Jahr wieder hervorragende Arbeit geleistet haben.“

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Alexander Bauer

Innenpolitischer Sprecher

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