Als „verbale Entgleisungen“ hat die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Landtags­fraktion, Claudia Ravensburg, die heutigen Aussagen der SPD-Landtagsfrak­tion und des DGB bezeichnet.

„Die Vertreter von SPD und DGB haben sich deutlich im Ton vergriffen“, kritisierte Ravensburg am Montag. Die persönlichen Diffamierungen und Übertreibungen hätten mit sachlicher Auseinandersetzung nichts zu tun. Dem erfolgreichen Kurs von Sozialministerin Silke Lautenschläger habe die größte Oppositionsfraktion offenbar nichts entgegen zu setzen. „Wie anders ist es zu erklären, dass in der gesamten Pressekonferenz kein einziger inhaltlicher Vorschlag gemacht wurde?“, fragte die CDU-Politikerin. Die SPD beschäftige sich lieber mit „fragwürdigen Statistiken“ als mit den Dingen, die Frauen im „wirklichen Leben tatsächlich begegnen“, meinte die CDU-Politikerin.

Die Behauptungen von Pauly-Bender seien falsch, zum Teil geben sie die Initiativen der Landesregierung entstellt wider und werden der Lage in der Frauenpolitik nicht gerecht, sagte Ravensburg. Sie schilderte dies an mehreren Beispielen:

Das von Frau Pauly-Bender als besonderes „Frauenförderungsgesetz" gepriesene Anti-Diskriminierungsgesetz habe nicht einmal mehr in der SPD eine Mehrheit. „Es würde auch den Frauen nichts bringen, denn durch das weite Überziehen des ursprünglichen Anliegens der EU werden eher Arbeits­plätze von Frauen vernichtet oder gefährdet als aufgebaut“, sagte Ravensburg.
Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz laufe erst Ende 2006 aus. Das Ministerium befinde sich derzeit in der Evaluierung des Gesetzes. „Es besteht kein Grund zur Eile, sondern wir werden gründlich prüfen, ob und wo es Verbesserungsbedarf gibt, und dann entscheiden“, sagte Ravensburg.
Im Hinblick auf den „Girl´s Day“ verschweige Frau Pauly-Bender, dass es eine Empfehlung der Bundesregierung gebe, den „Girl´s Day“ auch zur Informati­onsvermittlung für Jungen zu nutzen. „Wenn Frau Pauly-Bender nicht einmal die Broschüren der Bundesregierung dazu liest, sollte sie besser keinen umfas­senden Sachverstand vortäuschen“, kritisierte Claudia Ravensburg. (siehe dazu anhängend einen Ausschnitt aus der Info-Broschüre des Bundesministeriums für Frauen, Familie und Senioren zum Girl´s Day 2005, S. 10).
Mit der Forderung der SPD nach einem Programm „Männer in Frauenberufe“ betreibe die SPD keine Frauenpolitik. „Wir wollen kein Gegeneinander von Männern und Frauen bei der Frage von Erziehung und Bildung von Kindern, sondern ein Miteinander. Es hilft nichts, hier die Geschlechter gegeneinander auszuspielen“, sagte Ravensburg.
Hessen war das erste Bundesland, das ein Tageselternvermittlungsprogramm aufgebaut hat und sich auch um die Altersversorgung kümmert, betonte Ravensburg. Dabei sei das Angebot nicht auf Frauen beschränkt, sondern richte sich auch an Männer. Langfristig sei das Ziel, daraus einen anerkannten Beruf zu machen, so dass alle Beteiligten noch mehr als bisher davon profitie­ren könnten. Dazu würden gerade Qualifizierungsanforderungen vom Sozialmi­nisterium erarbeitet. „Bevor die SPD darauf kam, dies zu fordern, hat die Landesregierung bereits gehandelt“, stellte Ravensburg fest.
 „Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es noch viele Baustellen gibt, an denen wir arbeiten müssen. Das werden wir aber im Gegensatz zur SPD sachlich und an den Interessen der Frauen orientiert tun. Für Polemik ist die SPD zuständig“, erklärte Ravensburg abschließend.

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