Im NSU-Untersuchungsausschuss wurden heute die Zeugen Alexander Horn, ein Profiler vom Polizeipräsidium München, und der Zeuge Christian Hoppe vom Bundeskriminalamt (BKA), damals Leiter der AG Ceska, befragt. Der CDU-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss, Holger Bellino, erklärte dazu:

„Der Zeuge Horn hat zwei Operative Fallanalysen (OFA) mit hypothetischen Motiven und Täterprofilen erstellt. Dabei ging eine Alternativhypothese der 2. OFA unter anderem von einem ausländerfeindlichen Tätermotiv aus. Es wurde deutlich, dass bei den hessischen Ermittlungsbehörden eine hohe Sensibilität für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund bestand und es sei auch in diese Richtung ermittelt worden. Jedoch seien in Kassel und an keinem anderen Tatort konkrete Anhaltspunkte gefunden worden. Leider ist das BKA bei der Konkretisierung des Täterprofils in dieser zweiten OFA von falschen Voraussetzungen ausgegangen. So wurde fälschlicherweise der Ankerpunkt der Täter in Nürnberg gemutmaßt. Auch dachte man, die ausschließlich männlichen Täter würden einer geregelten beruflichen Tätigkeit nachgehen. Wie wir heute wissen, handelte es sich um ein untergetauchtes Trio, das zur eigenen Finanzierung zehn Banküberfälle begangen hatte.

Der Zeuge Hoppe hat dargelegt und damit andere Aussagen bestätigt, dass sich alle betroffenen Länder im Jahr 2006 gegen eine Übernahme der Ermittlungen durch das BKA ausgesprochen haben. Das BKA hat sich bei der Übertragung nicht durchgesetzt, obwohl es hierzu befugt gewesen wäre. Wie die Zeugenaussage heute noch einmal deutlich gemacht hat, hat das Bundesinnenministerium keinen entsprechenden Antrag nach BKA-Gesetz gestellt. Dies hätte es aber tun können.“

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