„Am 75. Jahrestag gedenken wir der Opfer des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Deutschland. Der von Adolf Hitler begonnene Krieg und die Gräueltaten der Nationalsozialisten haben unermessliches Leid über die Völker Europas und der Welt gebracht. Mehr als 65 Millionen Menschen wurden getötet, zahllose verstümmelt und mit dauerhaften psychischen und physischen Wunden versehen. Die Barbarei der nationalsozialistischen Kriegführung richtete sich gegen Soldaten und Zivilisten, führte zu Verfolgungen politisch und religiös Andersdenkender und ließ unzählige Frauen und Kinder als Witwen und Waisen zurück. Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges gipfelten in den beispiellosen Verbrechen des Holocaust und der grausamen Ermordung von sechs Millionen Juden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Am Ende schlug der Krieg mit Standgerichten und Vernichtungsbefehlen auch gegen das eigene Volk zurück - oder wie Richard von Weizsäcker es in seiner berühmten Rede zum 8. Mai 1985 formulierte: ‚Die anderen Völker wurden zunächst Opfer eines von Deutschland ausgehenden Krieges, bevor wir selbst zu Opfern unseres eigenen Krieges wurden.‘ Die Toten des Zweiten Weltkrieges und der Zivilisationsbruch des Genozids sind uns daher nicht nur an dem heutigen Gedenktag, sondern dauerhaft Verpflichtung für die entschlossene Verteidigung der europäischen Friedensordnung und der zivilisatorischen Werte der Demokratie und der Freiheit“, mahnte der Sprecher für Angelegenheiten des Hauptausschusses, Armin Schwarz, anlässlich des 75. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939.

„Im Jahr 2014 gedenken wir auch am 70. Jahrestag an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, die ihr Leben zur Befreiung des deutschen Volkes von Diktatur und Tyrannei geopfert haben. Das gescheiterte Attentat des militärischen Widerstandes auf Adolf Hitler war eine Selbstbehauptung der Gewissensfreiheit, der Wahrheit und der Menschenwürde inmitten der alles umfassenden Düsternis von Krieg, Inhumanität und Vernichtung. Dieser Aufstand des Gewissens bildete einen der Ausgangspunkte für die Überwindung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und die Wiederherstellung einer sittlich-moralischen Werteordnung in Deutschland. Der Mut, die Tapferkeit und der Freiheitswille der Widerstandskämpfer sind daher auch heute ein bleibendes Vermächtnis des anderen und besseren Deutschlands in der NS-Zeit sowie eine Aufforderung an die Nachlebenden zur Wachsamkeit gegenüber den Feinden der Demokratie und zur kompromisslosen Verteidigung von Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit“, so Schwarz.

„Aus eigener Kraft konnte sich Deutschland 1945 gleichwohl nicht von der Diktatur befreien. Es gilt daher an einem solchen Gedenktag auch die Rolle der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs bei der Überwindung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Wiederherstellung von Frieden, Demokratie und Freiheit in Deutschland zu würdigen. Mit der deutsch-französischen Aussöhnung, der Westintegration und der europäischen Einigung wurden die zynischen Worte Hegels widerlegt, wonach man aus der Geschichte der Völker allenfalls lernen könne, dass die Völker nichts aus der Geschichte gelernt hätten. Durch die europäische und transatlantische Einbindung nach 1945 wurde der Bundesrepublik Deutschland die Chance zum Neubeginn und zur Rückkehr in den Kreis der freiheitlich und demokratisch konstituierten Staaten eröffnet. Während im Ostteil unseres Landes der Eiserne Vorhang und die kommunistische Diktatur an die Stelle der besiegten Diktatur des Nationalsozialismus trat, verhalfen die westlichen Partner im freien Teil Deutschlands der Bundesrepublik zurück in die Staatengemeinschaft. Aus der außenpolitischen Isolation befreit, wirkt die Bundesrepublik seither als verlässlicher Partner an der Behauptung von Frieden und Demokratie in Europa und der Welt. Die richtigen Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kampf gegen die nationalsozialistische Aggression ziehen zu wollen heißt daher auch, den gegenwärtig unter Verfolgung, Krieg und Terror leidenden Völkern – sei es in der Ukraine, in Syrien oder im Irak – zur Freiheit zu verhelfen“, so Schwarz.

 

 

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Armin Schwarz

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sprecher im Kulturpolitischen Ausschuss

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