Die familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Bettina M. Wiesmann, sagte zu der Meldung des Statistischen Bundesamtes, dass die Kinderlosigkeit bei deutschen Frauen zunehme: "Dies zeigt den weiteren Handlungsbedarf in der Familienpolitik. Es weist vor allem darauf hin, dass das Rollenbild von Mann und Frau im Hinblick auf die gemeinschaftliche Wahrnehmung der Aufgaben in der Familie noch entwicklungsbedürftig ist."

Auf die kürzlich veröffentlichten Analysen, denen zufolge die Zahl der kinderlosen Frauen in Deutschland auf 21 Prozent gestiegen sei, müsse reagiert werden. "Jede fünfte Frau in Deutschland bleibt kinderlos. Deswegen müssen wir weiter daran arbeiten, gute Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen. Es gilt, den begonnenen Ausbau der Kinderbetreuung weiter voranzutreiben", sagte Wiesmann. Hessen sei dabei unter den westdeutschen Flächenländern mit einer Versorgungsquote von aktuell etwa 19 Prozent für unter Dreijährige an der Spitze und werde den Ausbau weiter konsequent betreiben. Es müsse aber auch gefragt werden, wie es um die Verantwortung der Männer stehe. "Wir müssen weiter nach Wegen suchen, auch den Vätern die Wahrnehmung familiärer Aufgaben zu erleichtern. Wenn Familie als Gemeinschaftsprojekt beider Eltern begriffen wird, lassen sich in aller Regel zwei Berufswege verfolgen, ohne dass die Fürsorge für gemeinsame Kinder leidet. Echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Vater und Mutter muss weiter im Fokus einer zukunftsorientierten Familienpolitik stehen", forderte Wiesmann.
Deutschland investiere rund drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Maßnahmen für Familienpolitik - mit Schwerpunkt auf finanziellen Transferzahlungen wie Kinder- und Elterngeld. Hier müsse mit der Einführung eines Familiensplittings, wie in Frankreich praktiziert und von der CDU seit Jahren gefordert, endlich der Durchbruch zu einem wirklich familienorientierten Steuerrecht gelingen. Die Schaffung einer bedarfsgerechten Betreuungsinfrastruktur bilde eine weitere Pflichtaufgabe, die trotz aller Fortschritte unter der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) noch immer nicht vollständig gelöst sei, stellte die Familienpolitikerin fest. Aber auch die gesellschaftliche Stellung der Familie müsse verbessert und den Leistungen, die Familien tagtäglich erbringen, mehr Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht werden. Dies sei in Ländern wie Frankreich und Skandinavien, wo die Geburtenrate deutlich höher liege als in Deutschland, längst üblich. Ein Familiensplitting wäre hier ein wichtiges Signal, sagte Wiesmann. 

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