Die familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bettina Wiesmann, hat das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Flexibilisierung der Elternzeit "ausdrücklich begrüßt". "Die Flexibilisierung der Elternzeit ist ein wichtiger Eckpfeiler der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagte Wiesmann. Familiäre Umstände und berufliche Bedingungen änderten sich häufig auch außerplanmäßig. Von Arbeitnehmern werde heute zu Recht eine hohe Flexibilität erwartet. Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts würden nun auch stärkere Erwartungen an die Arbeitgeberseite formuliert. "Das Urteil hilft Eltern, wenn ein weiteres Kind geboren wird und deshalb die Elternzeit verlängert werden soll", betonte Wiesmann. Es sei aber auch im umgekehrten Fall, wenn Kinderbetreuung oder neue Teilzeitmöglichkeiten im Betrieb einen schnelleren Wiedereinstieg erlaubt als gedacht, wichtig, dass die vorzeitige Rückkehr in den Arbeitsprozess ermöglicht werde, ohne dass Elternzeit ganz aufgegeben werden müsse.

"Gleichwohl müssen wir durchaus auch die Probleme sehen, die dieses Urteil für die Arbeitgeber und insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen mit sich bringt, da deren Planungssicherheit geschmälert wird", so die CDU-Politikerin. Zwingende betriebliche Gründe müssten vom Arbeitgeber natürlich geltend gemacht werden können. Die vom Gericht getroffene Regelung sorge daher zu Recht weiterhin dafür, dass Elternzeit nicht zum Freifahrschein für beliebig kurzfristige Dispositionen missbraucht werde, die den Arbeitsprozess unnötig belasten könnten.
"Das Urteil stellt eine Herausforderung für den Dialog beider Seiten dar, da sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber ein Interesse an einer unproblematischen Wiedereingliederung haben. Letztendlich müssen sich doch beide Seiten verständigen", betonte Wiesmann abschließend.
 

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