Die Fraktionen von CDU und FDP im Hessischen Landtag haben in einem gemeinsamen Entschließungsantrag zur "Chancen- und Teilhabegerechtigkeit" Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität in den Mittelpunkt ihrer Sozialpolitik gestellt. "Für CDU und FDP steht der Mensch im Mittelpunkt ihres Handelns. Grundlage ist das christliche, humanistische und freiheitliche Menschenbild, zu dem Freiheit und Verantwortung des Einzelnen ebenso gehören wie Bürgersinn und Solidarität", zitierte der Fraktionsvorsitzende der CDU im Hessischen Landtag, Dr. Christean Wagner, aus der Koalitionsvereinbarung.

In einer gerechten Gesellschaft müsse die Verteilung der Güter den vorherrschenden ethischen Prinzipien der Gesellschaft entsprechen. "Staatliche Vollversorgungskonzepte widersprechen den Grundsätzen der Eigenverantwortung, Freiheit und Subsidiarität. SPD und erst Recht die Linken wollen Gerechtigkeit durch staatliche Umverteilung erreichen. Wir wollen, dass staatliches Eingreifen die Ausnahme bleibt", betonte Wagner. Der Einzelne solle selbst in Verantwortung und Freiheit seine Kräfte und seine Talente entfalten können und leistungsgerecht belohnt werden. Nur dort, wo seine Kräfte nicht reichten, solle der Staat nach dem Subsidiaritätsprinzip helfend eingreifen. Um handlungsfähig zu bleiben, dürfe der Staat nicht mit Aufgaben überfrachtet werden. "Wir vertrauen darauf, dass unsere Bürger selbst gestalten und für sich sorgen können. Statt sozialistischem Kollektivismus setzen wir auf Eigenverantwortung und Solidarität."
"Chancengerechtigkeit erfordert gleiche Startchancen in Bildungswege und in die Arbeitswelt für jeden Einzelnen. Gleichmacherei lehnen wir jedoch ab. Das bedeutet, dass jedes Kind in unserem Schulsystem nach seinen Begabungen individuell gefördert wird", fuhr Wagner fort.
Mit Blick auf die Verfassung stellte Wagner fest: "Die ethischen Grundlagen und Werte unserer Gesellschaft sind christlich geprägt und bestimmen unser staatliches Handeln. Die Bindung an Gott ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält." Im Übrigen sei die Freiheit ein eigenständiger Grundwert, der unmittelbar aus der Menschenwürde folge. In der Koalitionsvereinbarung habe man daher festgeschrieben: "Wenn Freiheit in Verantwortung angenommen wird, ist dies auch ein Beitrag zu einer menschlichen und gerechten Gesellschaft."

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